In der malerischen Umgebung des Landkreises Wittmund in Niedersachsen, wo die Luft frisch und die Gemeinschaft stark ist, finden sich die Landfrauen zusammen. Der KreisLandFrauenverband Wittmund ist mit seinen 1.500 Mitgliedern der größte Verein der Region. Hier wird nicht nur über alte Traditionen gewacht, sondern auch aktiv an der Zukunft gearbeitet – und das über Generationen hinweg. Es ist ein Ort, an dem das älteste Mitglied stolze 102 Jahre zählt, während das jüngste erst 16 Jahre alt ist. Ein schöner Beweis dafür, dass die Gemeinschaft lebendig und bunt ist!

Die Landfrauen setzen sich für den Austausch zwischen Jung und Alt ein. Eine ihrer Aktionen ist das Projekt „Kochen mit Kindern“, wo die Jüngeren nicht nur die Zubereitung regionaler Speisen lernen, sondern auch die Freude am gemeinsamen Essen entdecken. Ein weiteres wichtiges Thema ist das Engagement gegen Gewalt an Frauen. Symbolisiert durch eine orangefarbene Bank, die von Berufsschülern errichtet wurde, zeigt der Verein klare Kante und bietet gleichzeitig Unterstützung im Alltag. Diese Art von Gemeinschaft ist nicht nur wichtig, sondern auch inspirierend.

Ein Tag der offenen Höfe

Das NDR-Team besuchte den Verein am Tag der offenen Höfe in Neuharlingersiel. Die Begeisterung der Landfrauen für ihre Arbeit war regelrecht spürbar! Es war ein Tag voller Aktivitäten, Gespräche und kulinarischer Highlights. Man konnte die Leidenschaft und den Einsatz förmlich schmecken. Der Hamburger Verein, der seit fast 20 Jahren Menschen zusammenbringt, verstärkt diesen Zusammenhalt und zeigt, wie wichtig solche Netzwerke in ländlichen Gebieten sind. Die NDR Publikumsaktion stellt in diesem Jahr norddeutsche Vereine vor, die diesen Zusammenhalt besonders betonen.

Die Wurzeln der Landfrauenbewegung in Deutschland reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Es war eine Zeit des Wandels, geprägt von der Industrialisierung und sinkenden Getreidepreisen. Frauen wie Elisabet Boehm erkannten, dass ein Zusammenschluss der Landfrauen notwendig war, um deren Fortbildung und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Am 2. Februar 1898 wurde der erste landwirtschaftliche Hausfrauenverein in Rastenburg gegründet, aus dem sich eine Bewegung entwickelte, die bis heute stark ist.

Eine Bewegung mit Geschichte

Der Reichsverband landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine, die Vorgängerorganisation des Deutschen Landfrauenverbandes, wuchs über die Jahre und zählte bald rund 550.000 Mitglieder. Diese Vereine setzten sich für Weiterbildung, Absatzmöglichkeiten und kulturelle Aspekte ein. Die ursprünglichen Ziele der Landfrauen waren, die berufliche und kulturelle Entwicklung von Frauen im ländlichen Raum zu fördern und den Austausch untereinander zu stärken. Die Idee verbreitete sich schnell, sodass bis 1905 bereits 14 Vereine in Ostpreußen gegründet wurden. Und heute? Heute blüht die Tradition weiter – auch im Landkreis Wittmund!

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Die Geschichte der Landfrauenbewegung ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte der Frauen, sondern auch eine Geschichte des Wandels im ländlichen Raum. Der Einsatz für Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung hat bis heute nichts an Bedeutung verloren. Elisabet Boehm, die als Pionierin gilt, wurde posthum mit einer Briefmarke geehrt – ein Zeichen, dass ihr Lebenswerk auch in der heutigen Zeit noch Beachtung findet. Die Landfrauen von heute stehen in dieser Tradition und zeigen, dass ihre Arbeit viel mehr ist als nur „Kaffee und Kuchen“ – es ist eine Herzensangelegenheit!

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