In Wittmund gibt es eine spannende Initiative, die sich mit der Geschichte und Erinnerungskultur befasst. Schülerinnen und Schüler der KGS Wittmund haben im Rahmen eines Projekts einen Film mit dem Titel „Wir stolpern“ produziert. Dieser 30-minütige Streifen ist mehr als nur ein Film – er thematisiert gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen, während die Projektgruppe sich aktiv für Toleranz und gegen das Vergessen einsetzt. Es ist ermutigend zu sehen, wie junge Menschen in einem ruhigen Wohngebiet, in dem während der NS-Zeit das „Lager West“ war, sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und auch noch um den „Friedenspreis für Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen“ bewerben, der vom Kultusministerium für Projekte vergeben wird, die demokratische Werte und ein friedliches Zusammenleben fördern. Die Quelle dazu liefert interessante Einblicke.

Die Szenen des Films wurden teilweise am Jüdischen Ehrenmal an der Auricher Straße gedreht, wo die Schülerinnen und Schüler auch jährlich die Gedenkfeier am jüdischen Friedhof unterstützen. Das Projekt umfasst eine tiefgehende Recherche im Stadtarchiv, wo die Jugendlichen sich mit den Lebensgeschichten ehemaliger jüdischer Mitbürger beschäftigen. Die Ergebnisse dieser umfangreichen Recherche werden in der App „Actionbound“ dokumentiert und für einen virtuellen Stadtrundgang genutzt. Es ist wirklich beeindruckend, wie die Schüler das Projekt „Stolpersteine“ ins Leben gerufen haben, um das Schicksal jüdischer Familien während des Nationalsozialismus zu erforschen.

Engagierte Erinnerungskultur

Ein Höhepunkt des Projekts sind die ersten Stolpersteine, die im Februar 2024 in Wittmund verlegt werden, gefolgt von weiteren Verlegungen in den Jahren 2025 und 2026. Diese Stolpersteine geben den Opfern des NS-Regimes Namen und Geschichten zurück und zeigen, wie wichtig es ist, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Der Fokus auf das Schicksal jüdischer Familien in Wittmund und die Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur wird von den Lehrkräften und Schülern seit 2000 bei Gedenkfeiern auf dem jüdischen Friedhof gefördert. Das Projekt hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und wird im Schulverwaltungsblatt (SVB) 12/2025 vorgestellt.

Schüler der Jahrgänge 8 bis 10 forschen im Stadtarchiv, wo sie historische Dokumente, Briefe und Fotografien entdecken. Man könnte fast sagen, dass hier die Vergangenheit lebendig wird! Die Idee, eine App zu entwickeln und öffentliche Ausstellungen durchzuführen, zeigt, wie historisches Lernen außerhalb des Klassenzimmers stattfinden kann. Es ist ein kreativer und engagierter Ansatz, der sicherlich auch andere Schulen inspirieren könnte.

Die Relevanz der Erinnerung

Unweigerlich stellt sich die Frage nach der Bedeutung der Erinnerungskultur in der heutigen Zeit. Am 27. Januar 2025 wird in Berlin der Internationale Gedenktag für die Opfer des Holocaust begangen – ein Datum, das uns zwingt, innezuhalten und über die Lehren aus der Geschichte nachzudenken. In einer Zeit, in der gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wieder ansteigt, ist das Engagement der nachfolgenden Generationen für die Auseinandersetzung mit der belasteten Geschichte wichtiger denn je. Die Erinnerung an das NS-Regime bleibt eine Herausforderung, auch mehr als 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung. Es ist unerlässlich, dass wir diese Lehren in den aktuellen Kontext setzen, um Wiederholungen zu vermeiden. Hier gibt es weitere Informationen zur Erinnerungskultur.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der Schlusssatz des Films „Das Vergessen ist keine Option, das Erinnern unsere Aufgabe“ bleibt im Kopf hängen und betont die Relevanz der Erinnerungskultur für junge Menschen. Wie wird es wohl im Schuljahr 2026/27 weitergehen? Da wollen die Schüler das Thema Gesundheit und die Verfolgung von Menschen im Nationalsozialismus behandeln. Die Entscheidung über den Friedenspreis wird im Herbst fallen, und man darf gespannt sein, wie sich das Engagement der KGS Wittmund weiter entfalten wird.

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unser Website-System erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – von semantisch korrektem Markup über ausreichende Kontraste bis zur vollständigen Tastaturbedienbarkeit. Umgesetzt wurde dies durch Daniel Wom und VeloCore mit einem durchgängig barrierefreien Ansatz.