Heute ist der 22.04.2026 und aus Aachen erreichen uns erfreuliche Nachrichten aus der Welt der Wissenschaft. Zwei herausragende Doktoranden der RWTH Aachen, Greta Hempelmann und Lukas Manuel Seifert, wurden mit dem renommierten Lieselotte-Templeton-Preis ausgezeichnet. Dieser Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie verliehen und würdigt besonders gelungene Arbeiten, die Methoden der Kristallographie erfolgreich anwenden.

Greta Hempelmann hat Chemie an der RWTH Aachen studiert und arbeitet seit Januar 2025 am Institut für Anorganische Chemie. Ihre Abschlussarbeit, betreut von Professorin Iris M. Oppel, beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Koordinationsverbindungen zur Stabilisierung von Radionukliden, wie beispielsweise 45Ti und 117mSn. Diese Verbindungen haben das Potenzial, in der Krebsdiagnose und -therapie eingesetzt zu werden, was ihre Arbeit besonders relevant und zukunftsweisend macht.

Innovative Ansätze in der Chemie

Auch Lukas Manuel Seifert hat sich mit seiner Abschlussarbeit einen Namen gemacht. Er hat ebenfalls Chemie an der RWTH Aachen studiert und ist seit Dezember 2024 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitskreis von Professor Florian Kleemiß tätig. In seiner Dissertation setzt Seifert auf maschinelles Lernen zur Vorhersage von Elektronendichten, um die Verfeinerung von Kristallstrukturen zu beschleunigen. Dieser innovative Ansatz zeigt, wie moderne Technologien in die klassische Wissenschaft integriert werden können.

Die Auszeichnung von Hempelmann und Seifert ist nicht nur ein persönlicher Erfolg für die beiden Wissenschaftler, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur Forschung in der Kristallographie. Die Deutsche Gesellschaft für Kristallographie fördert mit solchen Preisen die Weiterentwicklung und Anwendung dieser wichtigen wissenschaftlichen Disziplin.

Historischer Kontext der Kristallographie

Die Kristallographie hat eine lange und spannende Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Erste systematische Erfassungen von Mineralien wurden bereits von Theophrastos von Eresos und Plinius dem Älteren vorgenommen. Plinius beschreibt in seiner Naturalis historia den oktaedrischen Kristallhabitus und die Härte von Diamanten. Im Laufe der Jahrhunderte haben zahlreiche Wissenschaftler wie Georgius Agricola und Johannes Kepler entscheidende Beiträge zur Entwicklung dieser Disziplin geleistet.

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Im 20. Jahrhundert sorgten Forscher wie Max von Laue und die Bragg-Brüder dafür, dass die Kristallographie als Wissenschaftsfeld florierte. Ihre Arbeiten zur Röntgenbeugung und der Struktur von Kristallen haben den Grundstein für viele moderne Anwendungen gelegt, einschließlich der Entschlüsselung der DNA-Struktur durch Rosalind Franklin, James Watson und Francis Crick im Jahr 1953.

Die Anerkennung der Kristallographie ist auch in der heutigen Zeit ungebrochen. So wurde 2014 von der UNO das Jahr der Kristallographie ausgerufen und es wurden bereits 29 Nobelpreise für bedeutende Fortschritte in diesem Bereich verliehen. Die Auszeichnung von Hempelmann und Seifert fügt sich nahtlos in diese Tradition ein und zeigt, wie wichtig die Kristallographie für die modernen Wissenschaften ist. Weitere Informationen zu dieser spannenden Materie finden Sie in der Wikipedia.