In Dortmund gibt es Grund zur Freude: Der Botanische Garten Rombergpark hat ein neues Exemplar der Titanenwurz (Amorphophallus titanum) erhalten. Diese beeindruckende Pflanze wird als Ersatz für die im Herbst 2022 gestohlene Titanenwurz namens „David“ bereitgestellt. Die neue Knolle hat bereits ein erstes Blatt gebildet und wird in einen diebstahlsicheren Topf umgesetzt, sobald das Blatt verwelkt ist. Die Blüte der Titanenwurz ist jedoch unvorhersehbar und lässt sich nur alle paar Jahre blicken.

Der Diebstahl von „David“ im Herbst 2022 sorgte für Aufregung; die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden jedoch eingestellt, ohne dass es zu einem Erfolg kam. Die Titanenwurz ist nicht nur für ihren imposanten Blütenstand bekannt, sondern auch für ihren intensiven Aasgeruch, der zahlreiche Insekten anlockt. Um die neue Pflanze noch mehr ins Rampenlicht zu rücken, hat die Stadt Dortmund die Bürger dazu eingeladen, Vorschläge für einen neuen Namen einzureichen. Eine Abstimmung über die Namensvorschläge wird auf dem Instagram-Account der Stadt stattfinden, sodass die Bürger aktiv an diesem Prozess teilnehmen können. Mehr dazu hier.

Die faszinierende Welt der Titanenwurz

Die Titanenwurz, die aus einer unterirdischen Knolle wächst, treibt ein gefiedertes Blatt, das nach 10 bis 18 Monaten abstirbt. Dieses Blatt spielt eine entscheidende Rolle, da es Nährstoffe für das Wachstum der Knolle liefert. Um eine Blüte zu entwickeln, benötigt die aus dem Samen gekeimte Pflanze einige Jahre, bis sie eine Knolle von etwa 15 Kilogramm erreicht hat. Bei ausreichender Größe kann die Knolle einen beeindruckenden Blütenstand hervorbringen, anstelle eines Blattes.

Der Blütenstand selbst ist ein wahres Schauspiel: Das Hochblatt (Spatha) ist trichterförmig und dunkelrot, während der Kolben (Spadix) gelblich leuchtet und Geruch sowie Wärme erzeugt. Dies zieht nachtaktive Käfer und andere Insekten an, die durch die Farbe, Form und den intensiven Aasgeruch angelockt werden. Insekten legen ihre Eier im Inneren der Blüte ab und tragen so zur Bestäubung bei. Der Lockgeruch wird rhythmisch ausgestoßen und ist von Insekten in vielen Kilometern Entfernung wahrnehmbar.

Ein faszinierendes Fortpflanzungsschema

Die Titanenwurz hat ein bemerkenswertes Fortpflanzungsschema: In der ersten Nacht sind die weiblichen Blüten befruchtungsbereit und ziehen pollenbeladene Insekten an. In der darauffolgenden Nacht wechselt die Pflanze in die männliche Phase und setzt Pollen frei, während der Geruch erneut aktiviert wird. Nach dieser zweiten Nacht beginnt der Blütenstand zu welken, und nach drei bis vier Tagen kippt der Kolben um. Bei erfolgreicher Befruchtung entwickelt sich ein mehr als ein Meter hoher Fruchtstand mit vielen leuchtend orangeroten Beeren, die etwa fünf Zentimeter lang sind und in ungefähr acht Monaten reif werden.

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Die Titanenwurz ist nicht nur eine botanische Kuriosität, sondern auch ein faszinierendes Beispiel für die Vielfalt und Komplexität der Natur. Dortmund kann sich glücklich schätzen, ein neues Kapitel in der Geschichte dieser außergewöhnlichen Pflanze zu schreiben.