In Hagen, einer Stadt, die sich intensiv mit ihrer Geschichte auseinandersetzt, wird am 4. Mai 2026 die Ausstellung „Gegen das Vergessen. Ein interaktiver Stadtrundgang“ eröffnet. Diese interessante Initiative findet in der Volme-Galerie statt, einem zentralen Ort, der sich bestens eignet, um die dunklen Kapitel der NS-Diktatur zu reflektieren. Der Caritasverband Hagen ist der Hauptverantwortliche für das Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Hagen, dem Hagener Geschichtsverein und weiteren Institutionen entwickelt wurde. Ziel ist es, die Schicksale von über 1300 Menschen mit Behinderung, Armen und Kranken, die während der NS-Zeit in Hagen ermordet oder zwangssterilisiert wurden, ans Licht zu bringen und sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Eine interaktive Stadtkarte, die auf der Website www.behinderung-im-wandel.de verfügbar ist, macht es möglich, die Verbrechen der Vergangenheit hautnah zu erleben. Diese spannende digitale Karte umfasst 22 Stationen, die sowohl Informationen zu den Opfern als auch zu den Tätern sowie zu den Orten der Verbrechen bieten. Besonders bemerkenswert ist, dass die Gesundheitsverwaltung der Stadt Hagen während der NS-Zeit eine zentrale Rolle in diesen Verbrechen spielte. Die meisten Zwangssterilisationen fanden im Allgemeinen Krankenhaus Hagen sowie im Evangelischen Krankenhaus Haspe und Elsey statt. Mit dieser Ausstellung wird ein wichtiger Schritt unternommen, um die Erinnerung an das geschehene Unrecht in das öffentliche Bewusstsein zu bringen.
Ein interaktives Erlebnis
Nach der Eröffnung der Ausstellung können die Besucher an einem realen Stadtrundgang teilnehmen, der sie zu Gedenkorten in Hagen führt. Das klingt nach einer bewegenden Erfahrung! Um den Austausch und die Begegnung zu fördern, wird der Tag mit einem kleinen Imbiss in der Cafeteria Ma(h)lzeit ausklingen. Diese Veranstaltung ist nicht nur ein Projekt zur Aufklärung, sondern auch ein Gemeinschaftsprojekt, das zusammen mit jungen Menschen, sowohl mit als auch ohne Behinderung, entwickelt wurde. Man kann nur hoffen, dass viele Menschen die Gelegenheit nutzen, um sich mit dieser wichtigen Thematik auseinanderzusetzen.
In einem größeren Kontext steht die Ausstellung in Verbindung zu einem neuen Konzept der Bundesregierung, das darauf abzielt, die Erinnerung an die NS-Verbrechen zeitgemäß zu gestalten. Dies wurde durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vorangetrieben und beinhaltet unter anderem die Förderung von digitalen Archiven, Podcasts und neuen Ausstellungsformen. Die Gedenkstätten werden als Teil der kritischen Infrastruktur unserer Demokratie betrachtet, besonders in Zeiten, in denen die Zahl der Zeitzeugen abnimmt und historische Fakten nicht mehr selbstverständlich anerkannt werden. Das zeigt, wie wichtig es ist, solche Erinnerungsprojekte wie das in Hagen zu unterstützen und zu fördern.
Insgesamt ist die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Sie fordert uns auf, nicht nur die Vergangenheit zu reflektieren, sondern auch aktiv über die Lehren, die wir daraus ziehen können, nachzudenken. Wenn das keine Inspiration ist, dann weiß ich auch nicht mehr!