In Hagen, Deutschland, wird die Ausbildung im Bäckereihandwerk zunehmend als Herausforderung wahrgenommen. Besonders die Vollkornbäckerei Niemand setzt dabei auf innovative Ansätze, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Jason Will, ein 19-jähriger Auszubildender, macht derzeit eine Ausbildung zum Bäcker in dieser Bäckerei und hat sich bewusst gegen das Fachabi und ein Studium entschieden. Er hat einen Realschulabschluss und bereitet sich nun auf seine Abschlussprüfung vor, die in zwei Monaten ansteht. Seine Überlegung, anschließend die Meisterschule zu besuchen, zeigt, dass er an einer langfristigen Karriere im Handwerk interessiert ist. Sein Praktikum in der Vollkornbäckerei hat seine Einstellung zu Lebensmitteln deutlich verändert und ihm die Vorzüge des Bäckerberufs nähergebracht. Die Bäckerei erhielt kürzlich ein Zertifikat von der Agentur für Arbeit für ihre exzellente Nachwuchsförderung.

Die Geschäftsführerin der Vollkornbäckerei, Leonie Schmitz, betont die Bedeutung der Nachwuchsförderung im Handwerk. Die Herausforderung des Fachkräftemangels ist für viele Betriebe ein zentrales Thema. Leonie Paaßen, eine weitere Auszubildende in der Bäckerei, hat von der Bäckerausbildung zur Bäckereifachverkäuferin gewechselt. Ihre vorherige Erfahrung im Bioladen hat ihr wertvolle Einblicke gegeben, die sie nun in ihrer neuen Rolle nutzen kann. Häufige Kundenanfragen in der Bäckerei beziehen sich auf das beliebte „Kamut-Brot“, ein gesundes Urweizenbrot, das immer mehr Anhänger findet.

Nachwuchsförderung im Handwerk

Die Agentur für Arbeit Hagen, vertreten durch Katja Heck, lobt den individuellen Unterstützungsplan und die Praktika-Angebote der Vollkornbäckerei. Nachwuchsförderung ist für das Handwerk überlebenswichtig, da ohne junge Talente keine Innovation und Weiterentwicklung möglich sind. Der Bäckereiberuf hat eine lange Tradition und ist wichtig für die kulinarische Kultur. Dennoch wird es zunehmend schwieriger, junge Menschen für eine Ausbildung in der Bäckerei zu gewinnen. Der Beruf wird oft als körperlich herausfordernd und weniger glamourös wahrgenommen, was potenzielle Auszubildende abschrecken kann.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, müssen die Vorteile des Bäckerberufs klar kommuniziert werden. Ansprechende Ausbildungsangebote sollten moderne Lehrpläne bieten, die traditionelles Handwerk mit modernen Techniken kombinieren. Außerdem sind individuelle Entwicklungspläne und kontinuierliche Weiterbildungsmöglichkeiten entscheidend. Mentoring durch erfahrene Mitarbeiter kann ebenfalls dazu beitragen, junge Talente zu fördern.

Die Herausforderungen der Branche

Die Backwarenbranche in Deutschland befindet sich im Strukturwandel, was besonders das Bäckereihandwerk betrifft. Trotz eines Umsatzanstiegs auf 21,8 Milliarden Euro im Jahr 2023 ist die Zahl der Betriebe im Bäckereihandwerk in den letzten zehn Jahren um 30 % gesunken. Seit 2014 gingen etwa 20.000 Arbeitsplätze verloren. Die Branche kämpft weiterhin mit einem hohen Zeitdruck und Stress, was viele Beschäftigte als belastend empfinden.

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Um die Attraktivität des Bäckerberufs zu steigern, sind aktive Rekrutierungsstrategien notwendig. Schulpartnerschaften, die Nutzung von Social Media und Schnuppertage können dazu beitragen, das Interesse junger Menschen zu wecken. Auch die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten zur Talentgewinnung und -entwicklung, wie beispielsweise Online-Schulungen und digitale Lernplattformen. Letztlich hängt die Zukunft des Bäckereihandwerks von der Fähigkeit ab, die nächste Generation für diesen wichtigen Beruf zu begeistern.

Für die Vollkornbäckerei Niemand ist die Ausbildung junger Menschen nicht nur eine Investition in die eigene Zukunft, sondern auch ein Beitrag zur Sicherung der kulinarischen Kultur in Deutschland. Die Herausforderungen sind groß, doch mit einem kreativen und engagierten Ansatz kann das Handwerk auch in Zukunft florieren. Weitere Informationen über die aktuellen Entwicklungen in der Branche finden Sie in einem ausführlichen Artikel auf der Webseite der WAZ.