Heute ist der 30.05.2026 und wir blicken nach Herford, wo Jan-Wilhelm Wetehof, ein Landwirt aus der Region, aktuell in einer angespannten Situation steckt. Der Familienbetrieb ist auf Ackerbau spezialisiert und hält Pferde, für die Heu als Futter von entscheidender Bedeutung ist. Doch die Wetterkapriolen machen den Landwirten das Leben schwer. Im vergangenen Jahr musste Wetehof 18 Heuballen im Wert von jeweils 80 Euro aufgrund eines plötzlichen Regenschauers in die Biogasanlage werfen – ein Verlust, der schmerzt. Um Schäden bei der aktuellen Heuernte zu vermeiden, steht der Betrieb unter Stress. Die Wettervorhersagen sind oft unzuverlässig, was die Planung zur Herausforderung macht.
Heu muss nach dem Mähen 7 bis 9 Tage trocken bleiben, bevor es eingefahren werden kann. Wetehof setzt dafür 5 bis 6 Fahrzeuge ein und hat sogar Freunde mobilisiert, die sich freigenommen haben, um ihm bei der Heuernte zu helfen. Das ist Teamarbeit, wie man sie sich wünscht! Leicht feuchtes Heu kann zwar in einer speziellen Anlage auf dem Hof getrocknet werden, aber der Aufwand ist hoch und nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich. Wetehof freut sich dennoch über das saftige Gras und mäht dreimal im Jahr. Die Hoffnung bleibt, dass der Regen rechtzeitig kommt – aber nur, wenn das Heu bereits in der Scheune ist. Immerhin: Regen ist ja vorteilhaft für die Felder!
Wetter und Ernte 2025
Der Stress bei der Heuernte ist nicht nur ein lokales Phänomen. Auch auf nationaler Ebene hat die deutsche Landwirtschaft mit den Launen der Natur zu kämpfen. Am 3. September 2025 stellte Bundesminister Alois Rainer den Erntebericht vor. Trotz wechselhafter Witterung konnte eine im Durchschnitt gute Ernte erzielt werden. Herausforderungen wie trockene Frühjahrsmonate und viel Regen im Juli prägten das Jahr. Die Landwirte zeigten sich anpassungsfähig und innovativ und die regionalen Unterschiede in Erträgen und Qualität sind stark ausgeprägt.
Die Erntebilanz 2025 zeigt, dass die Landwirtschaft nicht aufgibt: Winterweizenflächen wurden ausgeweitet, die Erträge liegen über dem Mittel der letzten fünf Jahre. Besonders erfreulich ist die Apfelernte, die mit über einer Million Tonnen die Widerstandskraft der Obstbaubetriebe unterstreicht. Das positive Bild des Rapsanbaus spricht ebenfalls für sich – Anbaufläche und Erntemenge über dem mehrjährigen Durchschnitt. Die Herausforderungen wie Trockenstress, Starkregen und Pflanzenkrankheiten erfordern jedoch mehr Engagement und Technologie für stabile Ernten. Ein starker Fokus auf innovative Technologien und praxistauglichen Pflanzenschutz ist nötig.
Die Landwirtschaft ist ein entscheidender Bestandteil der deutschen Wirtschaft und der Erntebericht dient als wichtige Grundlage für die Bewertung der Agrarsituation in Deutschland. Der Rückblick auf die Ernte 2025 zeigt, wie wichtig es ist, dass Landwirte und Politik gemeinsam für eine nachhaltige und zukunftssichere Landwirtschaft arbeiten. Hier in Herford, wo Wetehof und viele andere Landwirte mit den Naturgewalten ringen, wird deutlich, wie sehr die Landwirtschaft von Wetter und Klima abhängt.
