In Herford, einer Stadt mit einer stolzen Brautradition, stehen die Zeichen auf Sturm. Die Herforder Brauerei, ein wichtiger Teil des regionalen Erbes, soll Ende August 2023 schließen. Das bedeutet nicht nur den Verlust eines geschätzten Unternehmens, sondern auch das Aus für etwa 100 Arbeitsplätze. Die Nachricht hat wie ein Blitz eingeschlagen und die politische Landschaft in der Region erschüttert. Die Bürgermeisterin von Herford, Anke Theisen (CDU), ist bestürzt und betont die soziale Verantwortung gegenüber den betroffenen Mitarbeitenden. Ihr Kollege, der Bürgermeister von Hiddenhausen, Andreas Hüffmann (SPD), ist überrascht und fassungslos, schließlich hatte man erst vor zwei Jahren in die Modernisierung investiert.

Die Schließung wird nicht nur als wirtschaftlicher Rückschlag wahrgenommen, sondern auch als Verlust eines Teils der regionalen Identität. Mirco Schmidt, Landrat des Kreises Herford (CDU), bezeichnet die Schließung als einen schweren Schlag für die Region. Auch Joachim Ebmeyer, Bundestagsabgeordneter (CDU), sucht das persönliche Gespräch mit der Geschäftsführung und stellt die Zukunft der Mitarbeitenden in den Fokus. Christian Dahm und Stefan Schwartze, Landtags- und Bundestagsabgeordnete (SPD), äußern ebenfalls Bestürzung. Sie fordern faire Sozialpläne und Unterstützung für die Mitarbeitenden, die in den letzten Jahren bereits auf Teile ihrer Löhne verzichtet hatten, um den Standort zu sichern.

Politische Reaktionen und Gewerkschaftskritik

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten hat klare Worte gefunden und den Eigentümern Wortbruch vorgeworfen. Trotz eines Zukunftssicherungsvertrags, der die Standorte in Herford und Paderborn bis Ende 2028 sichern sollte, stehen die Mitarbeitenden vor der unsicheren Zukunft. Daniel Strehl, ein Mitarbeiter der Herforder Brauerei, äußert sich unzufrieden über die mangelnde Kommunikation. „Wir haben am 7. Mai 2026 um 13 Uhr von dieser Entwicklung erfahren“, erklärt er enttäuscht. Der Gewerkschaftsvorsitzende Mohamed Boudih beschreibt den Tag als einen „Katastrophen-Tag“ für Nordrhein-Westfalen. Auch der Bürgermeister von Paderborn, Stefan-Oliver Strate (CDU), sieht die Nachricht als schlecht für den Wirtschaftsstandort.

Die Schließung der Herforder Brauerei ist jedoch nicht nur ein lokales Problem. Sie spiegelt einen größeren Trend wider. Laut dem Deutschen Brauer-Bund hat die Zahl der Brauereien in Deutschland erneut abgenommen. Ein besorgniserregendes Zeichen für die Branche, die sich in einem ständigen Wandel befindet. Die Herforder Brauerei wurde noch vor kurzem als zukunftsfähig dargestellt, insbesondere nach der Eröffnung einer neuen Abfüllanlage, die zur Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze beitragen sollte. Und nun? Steht die Brauerei, die für viele wie der Dom zu Köln ist, vor dem Aus.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind weitreichend. Jürgen Janke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Paderborn, hebt die Bedeutung der Marke Paderborner für das Stadtimage hervor. Das Brauereigelände in Paderborn könnte möglicherweise Raum für Nachnutzungen bieten, und hier gibt es bereits erstes Interesse. Aber was passiert mit den Menschen, die nun um ihre Existenz bangen müssen? Die Diskussion um die Schließung wird auf jeden Fall weitergehen, und die Sorgen der Mitarbeitenden stehen dabei im Vordergrund. Ein Blick in die Zukunft bleibt ungewiss – und das nicht nur für Herford, sondern für die gesamte Region.

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Weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Brauereiwirtschaft finden Sie auf der Webseite des Deutschen Brauer-Bundes: Hier klicken.