Gefahren beim Schwimmen im Ruhrgebiet: Warum die Kanäle ein riskantes Vergnügen sind
Der Sommer hat uns fest im Griff, und mit den steigenden Temperaturen zieht es viele Menschen in Deutschland ans Wasser. Insbesondere die Kanäle im Ruhrgebiet, wie der Rhein-Herne-Kanal, sind beliebte Anlaufstellen für eine erfrischende Abkühlung. Doch die Gefahr lauert oft im Verborgenen. Kanäle sind nicht nur kälter als Seen oder Flüsse, ihre Wassertiefe kann bis zu fünf Meter betragen, oft in Ufernähe. Dies macht das Schwimmen in diesen Gewässern zu einem riskanten Unterfangen. So sind die Ufer häufig durch Mauern oder Stützwände gesichert, was im Notfall den Zugang erschwert. Und das ist nicht alles: Unter Wasser könnten gefährliche Gegenstände wie E-Scooter oder Schrotteile liegen. Man weiß ja nie, was einen erwartet – im wahrsten Sinne des Wortes!
Besonders alarmierend sind die Temperaturunterschiede, die für den Körper problematisch sein können. Bis zu 15 Grad können dazwischenliegen! Und wenn wir schon bei Risiken sind, sollte man die Binnenschiffe nicht außer Acht lassen. Diese stellen eine ernsthafte Gefahr dar: Schiffe mit spitzem Bug erzeugen eine Bugwelle, die Schwimmer abtreiben kann. Das kann schnell lebensbedrohlich werden, denn bei einer Wassertiefe von 4,00 m und einer Abladetiefe des Schiffes von 2,80 m bleibt nur wenig Wasser unter dem Kiel, was Schwimmer in große Gefahr bringen kann. Man könnte fast meinen, das Wasser ist ein tückischer Meister der Illusionen.
Hitze und Wasser – Eine gefährliche Kombination
Wenn die Temperaturen über 30 °C steigen, ist auch das Risiko für gesundheitliche Probleme im Wasser nicht zu unterschätzen. Plötzlicher Schwindel oder sogar ein Kreislaufkollaps können im Wasser lebensgefährlich sein. Unsichtbare Strömungen in Kanälen und Flüssen können selbst geübte Schwimmer mitreißen. Und hinzu kommt der Schiffsverkehr: Wellen von Booten und Frachtschiffen können Schwimmer unter Wasser drücken. Das sollte man sich wirklich gut überlegen! Muskelkrämpfe, hervorgerufen durch den Verlust von Elektrolyten, sind ebenfalls ein ernstzunehmendes Risiko, das nicht außer Acht gelassen werden darf.
Die Fachgruppe Wassergefahren beim THW Datteln hat kürzlich Tipps für sicheres Schwimmen herausgegeben. Das klingt zwar banal, ist aber absolut wichtig: Wählt sichere Badeplätze mit Aufsicht und achtet auf die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Und das Trinken! Ausreichend Wasser, ungesüßte Tees oder isotonische Getränke sind unverzichtbar. Immer gut, mit Freunden ins Wasser zu gehen – alleine schwimmen sollte man vermeiden. Man weiß ja nie, was passieren kann. Und wenn doch etwas schiefgeht, dann ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und den Notruf 112 zu wählen. Man sollte sich selbst nicht in Gefahr bringen, während man versucht zu helfen, und Erste Hilfe leisten, falls nötig.
Schwimmen – Verboten und gefährlich
Im Ruhrgebiet ist das Baden in den Kanälen grundsätzlich verboten. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) warnt eindringlich davor, denn die Schiffsführer haben es oft schwer, Schwimmer zu sehen. Diese steuern ihre Schiffe vom Heck aus, und bei einer Schiffslänge von über 100 Metern kann schnell etwas übersehen werden. Schwimmen in der Nähe von Schiffen ist nicht nur unklug, sondern kann fatale Folgen haben. Schiffe erzeugen Wellen und Sog, die Schwimmer abtreiben oder sogar unter Wasser ziehen können. Und das kann schnell zum Verhängnis werden.
Die Wasserschutzpolizei ist in der Ferienzeit verstärkt im Einsatz und ahndet Fehlverhalten mit Platzverweisen, Verwarnungen und Bußgeldern. Es ist also besser, sich an die Regeln zu halten und auf sicherere Alternativen auszuweichen. Auch wenn der Drang, sich im kühlen Wasser zu erfrischen, groß ist, sollte man sich der Risiken bewusst sein und verantwortungsbewusst handeln. Es gibt schließlich viele schöne und vor allem sichere Möglichkeiten, die Hitze zu genießen, ohne sich in Gefahr zu bringen!
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