Asiatische Hornisse bedroht heimische Insektenwelt im Kreis Kleve
Im beschaulichen Kreis Kleve, nicht weit von der österreichischen Grenze, hat sich eine kleine, aber gravierende Invasion eingeschlichen. Die Asiatische Hornisse, wissenschaftlich bekannt als Vespa velutina, breitet sich rasant aus und sorgt nicht nur für Aufregung unter den Bürgern, sondern auch für ernsthafte Bedenken in Bezug auf die heimische Insektenwelt. Im ersten Halbjahr 2023 wurden ganze 172 Embryonal- und Primärnester beseitigt! Das sind fast sechs Mal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als lediglich 30 Nester gemeldet wurden. Die Zahlen sind alarmierend und zeigen, wie schnell sich die Situation zuspitzt.
Im Mai und Juni 2023 waren die Einsatzkräfte der Städte und Gemeinden besonders gefordert. Es gab 75 Einsätze zur Nestbeseitigung im Mai und 60 im Juni. Die Asiatische Hornisse hat es sich zur Aufgabe gemacht, heimische Insektenpopulationen, insbesondere Wild- und Honigbienen, unter Druck zu setzen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern könnte auch die Imkerei und landwirtschaftliche Erträge gefährden. Die Bürger sind aufgerufen, frühzeitig Nester zu melden, denn ihre Entdeckung ist entscheidend für die Eindämmung dieser invasiven Art. Der Kreis Kleve hat dafür sogar ein Meldeportal eingerichtet, wo Sichtungen adressenscharf gemeldet werden können, und man den Status der Beseitigung nachverfolgen kann. Nester im öffentlichen Raum werden von den Städten und Gemeinden entfernt, während Eigentümer auf Privatgrundstücken selbst aktiv werden müssen. Unterstützung wird jedoch angeboten, um Fachfirmen zur Nestbeseitigung zu vermitteln.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen
Die Asiatische Hornisse steht seit 2016 auf der Unionsliste der invasiven Arten der Europäischen Kommission. Diese Regelung geht auf die EU-Verordnung Nr. 1143/2014 zurück. Ab März 2025 wird die Hornisse in Deutschland als etabliert angesehen, was bedeutet, dass die Meldepflicht nach Artikel 16 dieser Verordnung wegfällt. Zukünftig wird die Art gemäß Artikel 19 behandelt, was eine Umstufung von der Früherkennung zu Managementmaßnahmen darstellt. Das klingt kompliziert, hat aber weitreichende Konsequenzen für den Umgang mit dieser Spezies. Funde sollten dennoch den zuständigen Behörden gemeldet werden, in der Regel den Unteren Naturschutzbehörden der jeweiligen Landkreise.
Im Juni 2025 wurde ein Workshop vom Umweltbundesamt für Kommunen ausgerichtet, um den Umgang mit invasiven Insektenarten zu besprechen. Dazu gehörte auch die Asiatische Hornisse. Die Bekämpfung sollte geschulten Personen überlassen werden, denn die Nester sind nicht ohne weiteres zu entfernen. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer Verband rät dringend davon ab, selbst Hand anzulegen. Die Nester werden verteidigt, sobald die Arbeiterinnen geschlüpft sind, und das kann ziemlich schmerzhaft enden. Einmalige Lockfallen mit Bier oder Apfelsaft sind auch keine gute Idee, da sie nicht spezifisch sind und geschützte Arten fangen können, was die Situation noch komplizierter macht.
Die Bedrohung unserer heimischen Arten
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse ist nicht nur eine lokale Angelegenheit. Sie wurde erstmals 2004 in Europa nachgewiesen, vermutlich durch Einschleppung nach Frankreich. Seitdem hat sie sich in Deutschland rasant verbreitet und wird 2025 offiziell als „weit verbreitet“ eingestuft. Diese Hornisse ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere Honig- und Wildbienen, was nicht nur für die Imkerei, sondern auch für die biologische Vielfalt und landwirtschaftliche Erträge katastrophale Folgen haben kann. Zudem können Stiche gesundheitliche Risiken für Menschen darstellen, was das Thema noch brisanter macht.
Die gesetzlichen Regelungen sind streng und sollen helfen, die Ausbreitung zu kontrollieren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat die Europäische Kommission am 24. März 2025 über die Umstufung gemäß Artikel 18 informiert. Künftig wird die Handhabung der Nester fallweise geprüft—eine Einzelfallüberprüfung durch die Unteren Naturschutzbehörden ist erforderlich. Das klingt nach einer Menge Bürokratie, aber es ist nötig, um die Balance in der Natur zu wahren und die heimischen Arten nicht in Gefahr zu bringen. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer Verband hat zudem ein Positionspapier veröffentlicht, das praxisnahe Hinweise für Behörden, Einsatzkräfte und Privatpersonen enthält. Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um die Situation zu bewältigen und die heimische Insektenpopulation zu schützen.
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