Heute ist der 14.06.2026, und in Kleve dreht sich alles um den Nationalen Veteranentag, der morgen stattfinden wird. Anlässlich dieses besonderen Tages zeigt der Kreis Kleve die beeindruckende Fotoausstellung „Gesichter des Lebens“ im Atrium des Gesundheitsgebäudes. Die Eröffnung fand bereits am Donnerstag, dem 11. Juni, statt und brachte zahlreiche Gäste zusammen, um die Geschichten hinter den Bildern zu würdigen. Landrat Christoph Gerwers ließ es sich nicht nehmen, über die Bedeutung der Bundeswehr zu sprechen und ehrte ehemalige sowie aktive Soldaten.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die Führung durch die Ausstellung, die von Veteran und Mitorganisator Jürgen Görlich geleitet wurde. Er stellte die porträtierten Menschen und ihre Schicksale vor und gab den Besuchern einen tiefen Einblick in die bewegenden Geschichten der Soldaten und Veteranen. Diese Ausstellung ist nicht nur eine Ansammlung von Fotografien; sie erzählt die Geschichten der Menschen, die einen Dienst geleistet haben, oft unter extremen Bedingungen.

Einblicke in die Geschichten

Fotografin Daniela Skrzypczak, die 2021 damit begann, Menschen in Uniform zu fotografieren, hat mit ihrem Projekt ein wichtiges Zeichen gesetzt. Oberstabsfeldwebel a.D. Görlich wurde Mitbegründer und Unterstützer dieser Ausstellung, die bis zum 2. Juli geöffnet ist. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr. Am letzten Tag wird es eine Infoveranstaltung für Schüler zum Thema Wehrdienst geben, bei der auch ein Jugendoffizier anwesend sein wird.

Ein Tischgespräch mit Landrat Gerwers, Görlich, Veteran und Buchautor Hagen Vockerodt sowie Generalmajor Michael Hogrebe bot den Anwesenden die Möglichkeit, über die Bedeutung des Veteranentages zu diskutieren. Vockerodt, der selbst 1.638 Tage im Auslandseinsatz war, sprach offen über seine Erfahrungen mit posttraumatischer Belastungsstörung und bezeichnete die Invictus Games als Wendepunkt in seinem Leben. Sein Buch „1638 Tage im Krieg – die Kehrseite der Einsatzmedaille“ wird vom Musikkorps der Bundeswehr vertont und am Veteranentag gestreamt.

Ein Appell an die Gesellschaft

Vockerodt äußerte sich auch zur Wehrpflicht: Obwohl er gegen eine allgemeine Wehrpflicht ist, fordert er ein Jahr Dienst für Männer und Frauen, jedoch mit politischen Anreizen. Generalmajor Hogrebe unterstützte diese Idee und äußerte Bedenken hinsichtlich der Freiwilligenzahlen in der Bundeswehr. Diese Diskussionen sind entscheidend, um das Bewusstsein für die Herausforderungen und Bedürfnisse von Veteranen zu schärfen.

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Die Thematik rund um Veteranen und deren Unterstützung ist nicht nur in Kleve relevant. Rüdiger Hesse, ein Bundeswehrveteran, der selbst mehrfach im Kosovo und in Afghanistan im Einsatz war, hat sich intensiv mit den Herausforderungen auseinandergesetzt, die Veteranen oft nach ihrem Dienst begegnen. Er kritisiert den Umgang von Politikern und der Gesellschaft mit Einsatzveteranen und setzt sich für deren Anerkennung und Unterstützung ein. Besonders wichtig ist ihm die schnelle und unbürokratische Hilfe für versehrte Veteranen, die oft mit langen Wartezeiten und Bürokratie kämpfen müssen. Hesse, der die Bundesrepublik Deutschland wegen Untätigkeit nach seiner PTBS-Diagnose verklagt hat, fordert, dass der Verdacht auf PTBS kein Karrierehemmnis sein sollte.

Am 15. Juni, dem ersten Nationalen Veteranentag, hofft Hesse auf mehr Austausch zwischen Zivilbevölkerung und Veteranen. Er wird den Veteranentag in Hamburg verbringen und an einer Podiumsdiskussion teilnehmen, um weiter auf die Belange der Veteranen aufmerksam zu machen. Diese Stimmen sind wichtig, um das Verständnis für die Herausforderungen, die ehemalige Soldaten bewältigen müssen, in der Gesellschaft zu fördern.

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