Am Samstagabend, dem 2. Mai, zog eine Starkregenfront über Krefeld und sorgte für ein kräftiges Chaos. Ab etwa 20:20 Uhr fiel der Regen in Strömen und begleitete die dunklen Wolken mit heftigem Hagel. Die Feuerwehr war sofort gefordert und meldete bis 21 Uhr bereits rund 25 Einsätze. Die Hauptprobleme: umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller. Besonders betroffen waren die Stadtmitte und die Gebiete Dießem/Lehmheide in Richtung Inrath. Auch die Frühjahrskirmes am Sprödentalplatz wurde vorsorglich geräumt, als der Veranstalter um 20:30 Uhr entschied, die Besucher zu evakuieren. Ein kluger Schachzug, denn die Wetterlage war einfach gruselig.
Die Polizei musste mehrere Straßen sperren, weil umgestürzte Bäume und Überflutungen die Durchfahrt unmöglich machten. Die Bahnunterführungen am Dießemer Bruch und Nauenweg standen unter Wasser, und auf dem Breiten Dyk erreichte das Wasser nahezu Bürgersteighöhe, sodass das Trottoir überflutet wurde. Auch im Zugverkehr gab es Einschränkungen – Bäume hatten die Gleise blockiert und die Schranke an der Hückelsmaystraße blieb unten. Teilweise kam es zu Ausfällen bei Mobilfunk und Internet. Die Feuerwehr war unermüdlich im Einsatz, etwa an der Hülser Straße, wo sie gegen die Wassermassen kämpfte. Ob es Verletzte gab, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.
Ein unliebsamer Besuch
Wie die Situation in Krefeld zeigt, war auch die Feuerwehr in Mönchengladbach und in der Städteregion Aachen gefordert. Sie berichteten von einem erhöhten Einsatzaufkommen ab 20 Uhr, vor allem wegen umgestürzter Bäume und überfluteter Straßen. Während das Wetter in Westfalen bis in die Nacht zum Sonntag teilweise trocken blieb, hatten die Kameraden am Niederrhein alle Hände voll zu tun. Die Feuerwehr in Krefeld zählte schließlich insgesamt 35 Einsätze, was die Dramatik der Lage unterstreicht. Mehrere Personen mussten vom Sanitätsdienst wegen Unterkühlung behandelt werden. Ein beunruhigendes Bild, das sich hier bot.
Für die Kirmesbesucher war es ein abruptes Ende des Vergnügens. Die Fahrgeschäfte wurden gestoppt, und die Leute wurden aufgefordert, Schutz zu suchen. Die Unwetterlage hatte das fröhliche Treiben innerhalb kürzester Zeit in eine gefährliche Situation verwandelt. In einer anderen Region, bei der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ in Bonn, blieb es größtenteils trocken und ohne größere Einschränkungen. Aber in Krefeld war das Wetter einfach nicht auf der Seite der Feiernden.
Ein Blick auf die Ursachen
Diese extremen Wetterereignisse sind keine Seltenheit mehr. Laut dem BKG (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie) nehmen sie aufgrund des Klimawandels zu. Starkregenereignisse sind kurzfristig und schwer vorhersagbar, was sie besonders tückisch macht. Die Hinweiskarte für Starkregengefahren, die deutschlandweit flächendeckende Gefahrenhinweise bietet, ist ein wichtiges Instrument im Katastrophenschutz. Sie sensibilisiert für potenzielle Überflutungen und zeigt Risikozonen auf – ein klarer Hinweis, dass wir uns auf solche Extremwetterlagen vorbereiten müssen.
Die Karte ist nicht für metergenaue Gefahrenbewertungen gedacht, bietet aber wertvolle Informationen, um sich in akuten Katastrophenlagen besser orientieren zu können. Das BKG arbeitet eng mit Bundesbehörden und Ländern zusammen, um die Daten zu bündeln und einheitliche Grundlagendaten zu schaffen. Ein unverzichtbares Werkzeug in Zeiten, in denen Starkregenereignisse häufiger und intensiver auftreten.