Leverkusen hat sich entschieden, eine ihrer historischen Schätze, die 113 Jahre alte Lokomotive E11, nicht in Rheindorf aufzustellen. Stattdessen wird die Lok nun auf dem Firmengelände der Railflex GmbH in Ratingen, nördlich von Düsseldorf, ausgestellt. Dieser Umzug ist das Resultat einer angespannten Haushaltssituation in Leverkusen, die es der Stadt unmöglich macht, die finanziellen Mittel für die Instandhaltung und Ausstellung der Lokomotive bereitzustellen. Die E11, die einst Züge in Leverkusen und Monheim zog, drohte aufgrund dieser finanziellen Engpässe sogar die Verschrottung. Mit einem Rückkauf aus Österreich im Jahr 2021 zum Schrottwert konnte die Stadt die Lokomotive zwar vorerst retten, doch die laufenden Kosten blieben ein großes Problem.

Die Lokomotive E11 war bis in die 1980er Jahre aktiv und hatte eine bewegte Geschichte. Nach ihrem Einsatz in Leverkusen wurde sie für Tunnel- und Rangierarbeiten in Österreich verwendet und wurde erst 2022 außer Dienst gestellt. Railflex hat nun einen Dauerleihvertrag mit der Stadt Leverkusen abgeschlossen und übernimmt die Kosten für den Abtransport und die Umlackierung der Lok. Oberbürgermeister Stefan Hebbel hat Railflex für ihr Engagement zur Sicherung der Lokomotive gedankt. Die Lok wird als Museumslok ausgestellt und soll am 12. September in historischer Lackierung präsentiert werden.

Die Zukunft der E11 in Ratingen

Die E11 wird im Moment tiefrot lackiert, nicht in ihrer Originalfarbe, was einige Eisenbahnliebhaber sicher enttäuschen wird. Railflex plant jedoch, die Lok in den originalen Farben zu lackieren, was die Vorfreude auf die Präsentation steigert. Interessanterweise hat Geschäftsführer David Uhr eine persönliche Verbindung zur Lok und zur Eisenbahn, was sicherlich zu der Entscheidung beigetragen hat, die E11 auf dem Firmengelände von Railflex zu beherbergen. Es gibt zwar keinen festen Platz für die Lok, sie wird jedoch immer dorthin geschoben, wo Platz ist. So bleibt sie in Bewegung – ganz im Sinne ihrer ursprünglichen Bestimmung.

Die Lokomotive war zuvor im Chempark auf einem Museumsgleis in Flittard untergebracht, bevor sie nach Ratingen geschleppt wurde. Ursprünglich war geplant, die Lok an der Feuerwache Auf der Grieße in Rheindorf aufzustellen, doch die Umstände haben andere Entscheidungen erforderlich gemacht. Es ist bedauerlich, dass Leverkusen aufgrund seiner Haushaltssituation ab August 2024 keine Finanzierung für die Lokomotive bereitstellen kann. Die Kosten für Umlackierung und Aufstellung hätten fünfstellig betragen. Leider konnte auch kein Sponsor gefunden werden, um die E11 in Leverkusen zu halten – ein Schicksal, das viele historische Relikte in ähnlichen Situationen teilen.

Die E11 bleibt somit ein Teil der Geschichte von Leverkusen, auch wenn sie jetzt in Ratingen zu Hause ist. Ihre Geschichte ist ein Spiegelbild der Herausforderungen, vor denen viele Städte stehen, wenn es um die Bewahrung von Kulturgut geht. Der Verlust ist schmerzlich, aber die Hoffnung, dass die Lokomotive in Ratingen ein neues Leben erhält, gibt Anlass zur Freude. Die Überlassung der Lok wurde im Büro des Oberbürgermeisters verhandelt, ohne den Stadtrat oder Bezirkspolitiker zu informieren, was sicherlich einige Diskussionen nach sich ziehen wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte der E11 weiter entfalten wird – für den Moment ist sie gerettet und wartet auf ihre neue Präsentation.

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