Evangelische Kirche Leverkusen unter Druck: Sparmaßnahmen und Qualitätsdiskussionen nach Synode
Heute ist der 23.06.2026 und in Leverkusen gibt es spannende Entwicklungen aus der Welt der evangelischen Kirche. Die 127. Synode hat am vergangenen Wochenende in Monheim getagt und man merkt, dass der Handlungsdruck wächst. Die Rückgänge bei den Kirchensteuereinnahmen und die steigenden Kosten zwingen den Kirchenkreis Leverkusen, über Sparpotenziale nachzudenken. Bei der Herbstsynode 2022 wurde bereits ein Beschluss zur Haushaltskonsolidierung gefasst, und das Ziel für das Haushaltsjahr 2028 steht fest: 702.500 Euro sollen eingespart werden. Bernd-Ekkehart Scholten, der in diesem Kontext eine zentrale Rolle spielt, hat die Notwendigkeit einer Standortbestimmung für die evangelische Kirche vor Ort betont.
In der Diskussion standen nicht nur die reinen Zahlen, sondern auch die Qualität der Angebote. Es wird darüber nachgedacht, alles auf den Prüfstand zu stellen, unabhängig von der Wirtschaftlichkeit. Rund 70 Synodale, bestehend aus einem Drittel Pfarrpersonen und zwei Drittel Laien, haben sich an diesem Prozess beteiligt und versuchen, Lösungen zu finden, die im breiten Konsens getragen werden können. Interessanterweise haben die Synodalen bis zum 19. September Zeit, um Ideen zu entwickeln und nachzudenken. Offene Fragen sollen dann an einem Synodaltag geklärt werden, bevor die ersten Beschlüsse im November gefasst werden.
Die Rolle der Kirchensteuer
Ein zentraler Punkt dieser Diskussion ist die Kirchensteuer, die seit 1919 einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Unabhängigkeit der Kirche leistet. Diese Steuer wird in der Regel mit 9% von der Lohn- und Einkommensteuer berechnet, wobei in Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern ein etwas niedrigerer Hebesatz von 8% gilt. Die Höhe der Kirchensteuer richtet sich natürlich nach der finanziellen Situation der Mitglieder – je nach Einkommen können da schon mal einige Euro zusammenkommen.
Ein Beispiel: Bei einem Monatseinkommen von 3.000 Euro zahlt eine ledige Person 27,90 Euro Kirchensteuer, während Verheiratete in Steuerklasse IV nur 4,10 Euro abdrücken. Diese Einnahmen werden durch die Finanzämter eingezogen, und der Staat erhält dafür eine Vergütung. 2025 belaufen sich die Kosten für die Dienstleistung der evangelischen Kirche auf stolze 198 Millionen Euro.
Soziale Angebote und Seelsorge
Der Kirchenkreis Leverkusen ist nicht nur mit Zahlen beschäftigt. Das diakonische Werk spielt eine wichtige Rolle und unterstützt Menschen in verschiedenen sozialen Bereichen, darunter Deutschkurse, Bewerbungstraining und Schuldnerberatung. Auch die evangelischen Kitas in der Region sind aktiv – sie haben sich einem Kita-Verbund angeschlossen, um Verwaltungsaufgaben zu zentralisieren und die Qualität der Betreuung zu erhöhen. Besonders erfreulich ist, dass seit 2017 bereits 120 Ehrenamtliche in Seelsorge ausgebildet wurden. Diese engagierten Menschen sind in der Notfallseelsorge sowie in Altenheim- und Krankenhausseelsorge tätig. Das Interesse an Seelsorge-Ausbildung bleibt hoch, was zeigt, dass viele bereit sind, sich für andere einzusetzen.
Die Schulreferentin Jessica Wilhelmi kümmert sich zudem um die evangelische Religionslehre an Schulen im Kirchenkreis, die aktuell 7523 Schüler und 790 Unterrichtsstunden pro Woche umfasst. Hier wird deutlich, wie wichtig die Kirche für die Bildung und Erziehung in der Region ist. Auch im Bereich der Aus- und Fortbildung der Religionslehrer wird viel investiert, um die Qualität der Lehre langfristig zu sichern.
Die aktuellen Entwicklungen sind ein Spiegelbild der Herausforderungen, mit denen viele Kirchen und Glaubensgemeinschaften in Deutschland konfrontiert sind. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen und Lösungen aus den Diskussionen der Synode hervorgehen werden und wie die evangelische Kirche in Leverkusen auf die finanziellen Herausforderungen reagieren kann. Klar ist: Es gibt viel zu tun, und es wird spannend zu sehen, wie die Kirche ihren Weg in die Zukunft gestalten wird.
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