Flüchtlingsberatung in Mettmann vor drastischen Kürzungen
In Mettmann, einer Stadt mit vielen Gesichtern, steht die Flüchtlingsberatung vor einer großen Herausforderung. Die Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann und die Caritas im Kreis Mettmann müssen aufgrund unzureichender Finanzierung durch die Stadt ihre Beratungsangebote drastisch reduzieren. Man könnte sagen, das ist ein herber Schlag für alle, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Laut einem Bericht der RP Online wird die Flüchtlingsberatung künftig nur noch über einen Zuschuss finanziert, der etwa der Hälfte der ursprünglich im geplanten Kooperationsvertrag vorgesehenen Mittel entspricht. Das bedeutet konkret, dass die Caritas eine Finanzierungskürzung von rund 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren hinnehmen muss.
Die Stadt Mettmann hatte einen Kooperationsvertrag mit den Wohlfahrtsverbänden angestrebt, doch dieser ist politisch gescheitert. Der Sozialausschuss verwies die Entscheidung über den Vertrag an den Haupt- und Finanzausschuss, der im Juni beschloss, den Vertrag nicht abzuschließen. Ein echtes Dilemma, denn die vorhandenen Mittel für das laufende Jahr sind bereits nach dem ersten Halbjahr ausgeschöpft. Ab sofort können Diakonie und Caritas keine neuen Beratungsfälle mehr aufnehmen. Die laufenden Beratungen sollen zwar bis zum 31. August 2026 abgeschlossen werden, danach wird das Angebot jedoch eingestellt. Ratsuchende müssen sich dann an die Stadtverwaltung wenden, was nicht gerade die beste Lösung ist.
Folgen für die Geflüchteten
Das ist besonders bedauerlich, denn die Beratungsstellen bieten wichtige Unterstützung für Geflüchtete im Asylverfahren. Themen wie Asyl, Aufenthalt, Zugang zu Beschäftigung, soziale Leistungen und Gesundheitsversorgung sind für viele Menschen essenziell. Diese Unterstützung wird nun erheblich eingeschränkt. Die Diakonie und die Caritas haben bereits an die Fraktionen des Mettmanner Stadtrates geschrieben und um eine erneute Prüfung der Entscheidung gebeten. Doch die Stadt muss mit dem Doppelhaushalt ein freiwilliges Haushaltskonsolidierungskonzept vorlegen, um innerhalb von zehn Jahren zu einer „schwarzen Null“ zu gelangen.
Die Arbeit der Beratungsstellen ist nicht nur wichtig, sondern auch vielfältig. Sie bieten nicht nur Einzelfallberatung an, sondern engagieren sich auch in der Lobbyarbeit in Politik, Gesellschaft und Kirche. Außerdem leisten sie juristisches Coaching und unterstützen bei der Akquise von Fördermitteln. Es ist tatsächlich eine komplexe Welt, in der sich die Diakonie bewegt, und das wird nun durch die finanziellen Einschnitte erschwert.
Alternative Beratungsangebote
Ein Lichtblick könnte die Einführung der behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung (AVB) durch den Internationalen Bund (IB) sein. Seit Ende 2023 gibt es diese Beratungsstellen an 16 Standorten, die für alle Menschen offen stehen, die sich in einem laufenden Asylverfahren befinden. Diese AVB ist unabhängig und ergebnisoffen und wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert. Ziel ist der Aufbau einer flächendeckenden Beratungsstruktur, um die Transparenz und Effizienz des Asylverfahrens zu verbessern. Das könnte für viele Geflüchtete eine wertvolle Unterstützung sein, auch wenn die lokale Situation in Mettmann gerade alles andere als rosig aussieht.
Insgesamt zeigt sich hier eine angespannte Lage: Die Notwendigkeit von sozialer Unterstützung für Geflüchtete bleibt bestehen, während die finanziellen Mittel zur Bereitstellung dieser Hilfe drastisch sinken. Die Menschen in Mettmann, die auf diese Beratungen angewiesen sind, stehen vor einer ungewissen Zukunft, und die Hoffnung auf eine schnelle Lösung schwindet. Mal sehen, wie die Stadt Mettmann mit dieser Herausforderung umgeht – der November, in dem der Doppelhaushalt beschlossen werden soll, naht.
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