In Mettmann, wo das Neanderthal Museum beheimatet ist, trauert die Stiftung um eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Gert Kaiser, der langjährige ehrenamtliche Vorsitzende, ist verstorben. Er hinterlässt nicht nur sein Erbe im Museum, sondern auch in den Herzen der Menschen, die ihm begegnet sind. Mit seinen 84 Jahren hat er eine beeindruckende Lebensgeschichte hinter sich, die durch Leidenschaft für Wissenschaft und deren Vermittlung geprägt war. Sein Engagement begann 1985, als er Mitglied der Neanderthaler Gesellschaft e.V. wurde, dem Förderverein des Museums. Während seiner Amtszeit als Vorsitzender und im Vorstand hat er entscheidend zur Entwicklung des Neanderthal Museums beigetragen, sodass die Stiftung seine Verdienste nun in höchsten Tönen würdigt. Gert Kaiser war einfach ein besonderer Mensch, dessen Spuren weit über seine Amtszeit hinausreichen. Hier finden Sie mehr dazu.

Gert Kaiser kam am 18. Juni 1941 in Hardheim, Odenwald, zur Welt. Sein akademischer Werdegang ist ebenso beeindruckend wie sein Engagement für das Neanderthal Museum. Er studierte Germanistik, Geschichte und Romanistik in Heidelberg und München und promovierte 1964 mit einer Arbeit über Minnesang. Es folgte eine Habilitation über die Artusliteratur, die 1970 abgeschlossen wurde. Im Jahr 1973 wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt. Die Berufung auf den Lehrstuhl für Ältere Germanistik an der Universität Düsseldorf (später Heinrich-Heine-Universität) im Jahr 1977 markierte einen weiteren Höhepunkt seiner akademischen Laufbahn.

Ein Leben für die Wissenschaft

Gert Kaisers Forschungsschwerpunkte umfassten große Werke der deutschen Literatur, wie die Artusromane, das Nibelungenlied und die Werke von bekannten Autoren wie Walther von der Vogelweide und Gottfried von Straßburg. Seine Habilitationsschrift über Artusromane und Ministerialität erschien in zwei Auflagen und belegt seine tiefgreifenden Kenntnisse in diesem Bereich. Eine seiner größten Leistungen war die Wahl zum Rektor der Universität Düsseldorf, ein Amt, das er über 20 Jahre lang innehatte. Unter seiner Führung wurden zwei neue Fakultäten gegründet und die Universität wurde 1988 in Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf umbenannt.

Sein Engagement beschränkte sich jedoch nicht nur auf die akademische Welt. Kaiser war auch politisch aktiv, Mitglied der SPD und Vorsitzender des Vorstands der Meyer-Struckmann-Stiftung. Zudem war er Präsident des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen und hatte zahlreiche weitere Ämter inne, etwa als Mitglied des Gründungssenats der Universität Potsdam. Dafür erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Goldene Ehrenplakette der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf.

Ein Abschied und ein Neuanfang

Am 16. Dezember 2025 gab es einen personellen Wechsel im Stiftungsrat der Stiftung Neanderthal Museum, wo Thomas Hendele einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, um auf Gert Kaiser zu folgen, der über 30 Jahre lang das Gremium geleitet hatte. Dr. Bärbel Auffermann, die Direktorin des Museums, drückte ihren Dank für Kaisers Engagement aus, das die Entwicklung des Museums maßgeblich beeinflusst hat. Der Stiftungsrat, das höchste Organ der Stiftung, wird nun von Hendele und weiteren neuen Mitgliedern geleitet, während die finanziellen Rahmenbedingungen für das kommende Jahr festgelegt wurden. Mehr dazu gibt es hier.

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Es bleibt zu hoffen, dass das Erbe von Gert Kaiser in der Weiterentwicklung des Neanderthal Museums weiterlebt und die kommende Generation von Wissenschaftlern und Interessierten inspiriert. Sein unermüdlicher Einsatz wird in der Geschichte des Museums für immer einen Platz haben.