Am Dienstagnachmittag, dem 2. Juni, wurde Mettmann von heftigen Regenschauern heimgesucht, die nicht nur die Straßen überfluteten, sondern auch Keller unter Wasser setzten. Besonders im Westen der Stadt kam es zu massiven Problemen. Straßen wie die Gartenstraße, Düsseldorfer Straße, Goethestraße sowie die Nourney-/Herrenhauser Straße und die Ratinger Straße in Metzkausen waren betroffen. Feuerwehr-Chef Sebastian Thews berichtete von fünf Einsätzen, die vor allem dem Abpumpen von Wasser dienten. Die Situation war ernst, denn die Feuerwehr musste auch zu einem Eckhaus an der Schwarzbachstraße mit der Einmündung zur Adlerstraße ausrücken, wo mehrere Kellerräume vollgelaufen waren. Hier vermutete der Hausbesitzer einen Rückstau aus der Kanalisation.
Ein Unfall zwischen einem Pkw und einem Fahrrad ereignete sich ebenfalls auf der Düsseldorfer Straße, möglicherweise bedingt durch das schlechte Wetter. Glücklicherweise wurden keine verletzten Personen gemeldet, was ein kleiner Lichtblick in dieser trüben Lage war. Dennoch kam es zu Sachschäden an mehreren Gebäuden, und ein Burgerrestaurant im Erdgeschoss blieb am Dienstag geschlossen. Ob es am Mittwoch wieder öffnet, bleibt unklar. Insgesamt waren drei Löschfahrzeuge und rund 30 Einsatzkräfte im Einsatz, was zeigt, dass die Feuerwehr auf solche Wetterereignisse gut vorbereitet ist. Die amtliche Warnung vor starkem Gewitter für den Rest des Tages bleibt bestehen, und das lässt uns schon etwas mulmig werden.
Ein Blick auf das Wetterphänomen
Was in Mettmann geschah, ist jedoch nicht nur ein lokales Phänomen. Extremwetterereignisse wie dieses werden durch den Klimawandel verstärkt. Forschende der Initiative World Weather Attribution warnen, dass solche Wetterlagen in Zukunft doppelt so häufig vorkommen könnten. Laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus war 2024 der wärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen, und das hat seine Spuren hinterlassen. Sintflutartige Regenfälle, verursacht durch das Sturmtief „Boris“, führten zu Verwüstungen in Mitteleuropa. Hochwasser in Ländern wie Polen, Tschechien, Österreich und Rumänien, wo mindestens 24 Menschen ihr Leben verloren und Tausende ihre Häuser verlassen mussten, sollte uns zu denken geben.
Eine aktuelle Studie von 24 Wissenschaftlern zeigt, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für solche Extremwetterereignisse verdoppelt und die Regenfälle um sieben Prozent verstärkt hat. Das klingt nicht nur alarmierend, sondern ist es auch. Frühere Überschwemmungen, die als einmalige Ereignisse galten, treten nun häufiger auf – und das hat mit der globalen Erwärmung zu tun. Wenn wir uns nicht ernsthaft mit dem Klimawandel auseinandersetzen, wird die Zunahme der Niederschläge möglicherweise sogar noch größer ausfallen, als wir es uns vorstellen können.
Die EU hat bereits zehn Milliarden Euro für Notreparaturen bereitgestellt. Maja Vahlberg fordert, den Klimawandel endlich in die Flächennutzungsplanung zu integrieren, um für die Zukunft besser gewappnet zu sein. Wissenschaftler appellieren an uns alle, den Klimawandel zu begrenzen, um stärkere Niederschläge und Überschwemmungen zu vermeiden. In Mettmann, wo die Feuerwehr gerade erst mit den Aufräumarbeiten begonnen hat, ist das ein Thema, das sicherlich nicht aus den Köpfen der Menschen verschwinden wird. Wir hier in Österreich sollten die Augen offen halten – denn das Wetter macht, was es will.
