Im Kreis Mettmann gibt es Neuigkeiten, die Eltern und Schüler gleichermaßen betreffen. Der schulärztliche Dienst des Gesundheitsamtes hat angekündigt, ab Anfang Mai die Impfbücher von Viertklässlern kontrollieren zu wollen. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, mögliche Impflücken frühzeitig zu erkennen und die Eltern über empfohlene Schutzimpfungen zu informieren. Besonders im Fokus steht heuer die HPV-Impfung, die vor krebserregenden Papillomviren schützt und somit entscheidend zur Gesundheit von Jugendlichen beiträgt. Der Impfstoff Gardasil 9 oder alternativ Cervarix wird für diese Impfung verwendet. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung besonders für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 soll die Impfquote bei Jugendlichen auf 90 Prozent steigen. Aktuell sieht die Lage in Deutschland aber eher mau aus. 2024 lag die Impfquote bei 15-jährigen Mädchen bei etwa 55 Prozent und bei Jungen sogar nur bei rund 36 Prozent. Diese Zahlen sind alarmierend – insbesondere, wenn man bedenkt, dass die schulärztliche Kontrolle Eltern eine individuelle schriftliche Empfehlung zu eventuell ausstehenden Impfungen geben soll. Es wird also höchste Zeit, diese Lücken zu schließen, insbesondere vor den Sommerferien, wenn die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten steigt. Übrigens: Die Teilnahme an dieser Kontrolle ist freiwillig. Die Impfausweise werden vorübergehend in der Schule eingesammelt und nach der Kontrolle wieder zurückgegeben, natürlich unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen.

Impfquoten im Blick

Die Impfquoten sind ein wichtiger Indikator für den Erfolg von Impfprogrammen. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht regelmäßig Zahlen zu den Impfquoten für die von der Stiko empfohlenen Impfungen. Bei Kleinkindern sind die Impfquoten zwar insgesamt hoch, doch oft werden Impfserien nicht rechtzeitig oder gar nicht abgeschlossen. Dies ist besonders bedenklich, wenn man bedenkt, dass Menschen in Deutschland in allen Altersgruppen unzureichend geschützt sind. Ein weiteres Problem sind die stagnierenden HPV-Impfquoten bei Jugendlichen – trotz gewisser Fortschritte in den letzten Jahren. Die Stiko empfiehlt die HPV-Impfung auch für Jungen, doch die Impfquote bei ihnen liegt 2024 nur bei 30 Prozent. Hier ist dringend Handlungsbedarf gefragt!

Im Hinblick auf regionale Unterschiede zeigt sich, dass der Impfstatus von Mädchen und Jungen stark schwankt. Während in Sachsen-Anhalt 65,7 Prozent der Mädchen geimpft sind, sind es in Bremen nur 32,9 Prozent. Die Zahlen sagen viel über die Notwendigkeit von gezielten Aufklärungs- und Impfmaßnahmen aus. Die WHO hat uns ein Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen mindestens 90 Prozent der 15-jährigen Mädchen vollständig gegen HPV geimpft sein. Doch diese Vorgaben scheinen derzeit unerreichbar, und das liegt nicht zuletzt an den pandemiebedingten Rückschlägen in der Impfaktivität.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zahl der neu erkrankten Frauen an Gebärmutterhalskrebs in Deutschland lag 2022 bei 4.388, und 1.413 Frauen starben daran. Diese Zahlen sind ein eindringlicher Appell, die Wichtigkeit der HPV-Impfung zu erkennen. Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfungen im Alter von 9 bis 15 Jahren notwendig, Nachholimpfungen sind bis zum 18. Geburtstag möglich. Es ist an der Zeit, dass Eltern, Schulen und das Gesundheitswesen zusammenarbeiten, um die Impfquoten zu erhöhen und die Gesundheit unserer Kinder zu schützen. Der schulärztliche Dienst im Kreis Mettmann geht hier mit gutem Beispiel voran!

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Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Impfquoten in den kommenden Jahren entwickeln werden. Die Herausforderung ist groß, aber mit einem gemeinsamen Einsatz und mehr Aufklärung könnte es gelingen, die Zielvorgaben zu erreichen. Quelle für weitere Informationen: rp-online.de, RKI, WIdO.