In der Stadt Mettmann, ganz in der Nähe der pulsierenden Metropole Düsseldorf, wird am Mittwoch, den 29. April, ein ganz besonderer Spaziergang durch die Düsseldorfer Altstadt stattfinden. Organisiert von der Volkshochschule (VHS) Mettmann-Wülfrath, führt die Veranstaltung die Teilnehmer zu den Stolpersteinen, die an die letzten Wohnorte von Opfern des Nationalsozialismus erinnern. Die Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf unterstreicht die Bedeutung dieses Events, das nicht nur der Erinnerung dient, sondern auch das Bewusstsein für die Geschichten hinter diesen Mahnmalen schärfen möchte.
Der Spaziergang wird von 14.15 bis 15.45 Uhr dauern, wobei sich die Teilnehmenden um 14 Uhr an der Mahn- und Gedenkstätte in der Mühlenstraße 29 versammeln. Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich, für die eine Gebühr von neun Euro anfällt. Interessierte können sich unter den Telefonnummern 02104 13920 oder 02058 910024 anmelden oder weitere Informationen auf der Webseite der VHS Mettmann einholen: www.vhs-mettmann.de. Auch eine E-Mail an info@vhs-mettmann.de ist möglich.
Die Stolpersteine: Ein dezentrales Mahnmal
Die Stolpersteine, die von dem Kölner Künstler Gunter Demnig seit Mitte der 1990er-Jahre verlegt wurden, bilden das größte dezentrale Mahnmal der Welt. In Deutschland alleine gibt es über 400 Stolpersteine in Düsseldorf, und insgesamt wurden mehr als 100.000 Gedenksteine in Europa verlegt. Diese kleinen, quadratischen Steine von etwa 10×10 cm sind mit Messingschildern versehen und in Gehwegen eingelassen. Sie tragen die Namen von Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Ein Beispiel ist der Stolperstein für Esther Glanz, geboren 1898, die 1942 deportiert und in Majdanek ermordet wurde.
Die Stolpersteine sind nicht nur einfache Gedenktafeln; sie sind ein Zeichen des Erinnerns an die Opfer, darunter Juden, politisch Verfolgte, Roma, Sinti, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasie-Opfer. Die Putz-Aktionen, die regelmäßig stattfinden, besonders am Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November, zeigen, dass die Erinnerung lebendig gehalten werden soll. Auch am internationalen Holocaust-Gedenktag wird der Stolpersteine gedacht.
Erinnerungskultur in Deutschland
Die Stolperstein-Initiative hat nicht nur in Deutschland, sondern in über 1.800 Kommunen in Europa Fuß gefasst. Kritiker, wie Charlotte Knobloch, sehen die Stolpersteine jedoch als Missachtung der Opfer, während andere, wie Daniel Killy von der Jüdischen Gemeinde Hamburg, das Projekt als „Millionen-Geschäft“ bezeichnen. Einige Städte, darunter München, verweigern die Genehmigung zur Verlegung von Stolpersteinen.
In Düsseldorf wurde Gunter Demnig für sein unermüdliches Engagement von der Jüdischen Gemeinde mit einer Medaille geehrt. Die Finanzierung der Stolpersteine erfolgt durch Spenden und die Kosten von 120 Euro pro Stein. Zudem steht seit November 2022 die App „Stolpersteine Deutschland“ zur Verfügung, die Daten zu über 40.000 Gedenksteinen enthält und den Zugang zur Erinnerung erleichtert.
Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar erinnert uns daran, dass das Bewusstsein für die Verfolgten und ihre Geschichten niemals in Vergessenheit geraten darf. Veranstaltungen wie der Spaziergang in Düsseldorf sind ein wichtiger Bestandteil dieser Erinnerungskultur und laden alle Interessierten ein, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Für weitere Informationen zu den Stolpersteinen und dem Spaziergang in Düsseldorf, besuchen Sie bitte die Quelle.