In Mülheim an der Ruhr hat die Stadtverwaltung ein ganz besonderes Zeichen der Wertschätzung für ihre älteren Bürger gesetzt. Im April erhielten alle 80-jährigen Mülheimer Glückwunschkarten, die nicht nur einen herzlichen Gruß enthielten, sondern auch ein spannendes Angebot: ein Beratungsgespräch zu Themen, die für die Senioren von Interesse sein könnten. Diese Initiative wurde von der Sozialdezernentin Dr. Daniela Grobe in Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat und den Mitarbeitenden der Senioren- und Wohnberatung ins Leben gerufen. Die Karten werden monatlich verschickt und sollen die älteren Menschen dazu ermutigen, Kontakt aufzunehmen.

Wie Ulrich Schallwig, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, betont, kann es durchaus sein, dass die 80-Jährigen spezielle Fragen oder Anliegen haben, die sie mit erfahrenen Fachleuten besprechen möchten. Es ist ein freundlicher Ansatz, der nicht nur auf Hilfebedarf abzielt, sondern auch auf den Wunsch nach Gemeinschaft und Gesprächen. Dr. Grobe erklärt, dass es darum geht, den älteren Menschen Gehör zu schenken und sie auf die vielfältigen Angebote aufmerksam zu machen. Themen wie Wohnraumanpassung, Hilfen im Haushalt oder Freizeitmöglichkeiten stehen dabei im Vordergrund.

Einladende Kontaktmöglichkeiten

Die Rückmeldekarte, die den Glückwunschkarten beiliegt, ermöglicht eine datengeschützte Kontaktaufnahme ohne die Nennung von Namen oder Adressen – eine Codenummer genügt. Nur autorisierte Mitarbeitende werden die Interessierten kontaktieren, was auch den Datenschutz in den Vordergrund stellt. Diese sensible Handhabung ist wichtig, denn nicht jeder möchte seine persönlichen Daten preisgeben. Und das ist auch gut so.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Aktion: Auf Wunsch kann nach dem ersten Kontakt ein weiterer Besuch bei der Senioren- und Wohnberatung arrangiert werden. Das gibt den älteren Bürgern die Möglichkeit, in einer vertrauensvollen Atmosphäre über ihre Anliegen zu sprechen. Die Mitarbeitenden stellen sich in den Karten vor und laden dazu ein, sich in entspannter Umgebung zu treffen – sei es bei einem Spaziergang, zu Hause oder an einem anderen Ort.

Beratungsangebote über die Stadtgrenzen hinaus

Das Engagement der Stadt Mülheim ist durchaus bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es auch in anderen Städten ähnliche Beratungsangebote gibt. In Frankfurt am Main beispielsweise gibt es spezielle Sprechzeiten im Sozialrathaus, die sich an Senioren richten. Hier können ältere Menschen ebenfalls Unterstützung und Informationen zu verschiedenen Themen erhalten. Die Adresse des Sozialrathauses ist Hansaallee 150, 60320 Frankfurt am Main, und die Telefonnummer lautet 069 212 49911. Die allgemeinen Sprechzeiten sind montags und donnerstags von 08:00 bis 11:30 Uhr sowie von 13:00 bis 15:00 Uhr.

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Das Angebot in Frankfurt umfasst auch Beratungen zu Themen wie Ruhestand, persönliche Veränderungen und finanzielle Aspekte. Ein passendes Buch dazu ist „Wenn das Wochenende 7 Tage hat – Berufsende – Rente – Älterwerden“ von Herb Stumpf, das sich mit der Vorbereitung auf den Ruhestand auseinandersetzt. Es enthält hilfreiche Adressen und Links zu weiterführenden Informationen.

Die Initiative in Mülheim zeigt, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse älterer Bürger zu verstehen und ihnen eine Stimme zu geben. Ob durch Glückwunschkarten oder persönliche Gespräche – die Stadt setzt auf Nähe und Gemeinschaft. Und das ist es, was viele Senioren brauchen: einfach mal jemanden zum Reden.