Erfolgreicher Schulabschluss für geflüchtete Frauen an der Hildegardisschule in Münster
Am 10. Juli 2026 konnten zwei junge Frauen, Sharmin Hama und Ziba Shayan, an der Hildegardisschule in Münster einen wichtigen Schritt in ihrem Leben feiern. Nach einer Zeit voller Herausforderungen in Afghanistan, wo sie keine Schule besuchen und keinen Beruf erlernen konnten, haben sie nun endlich ihren Abschluss gemacht. Das bedeutet für sie nicht nur eine schulische Leistung, sondern eine ganz neue Perspektive auf eine berufliche Zukunft in Deutschland. Ziba Shayan drückt es treffend aus: „In Afghanistan hatte ich nicht die Möglichkeit, etwas zu lernen.“
Das Projekt an der Hildegardisschule, das seit 2024 angeboten wird, richtet sich gezielt an Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte. Insgesamt haben 17 Teilnehmer in den Bereichen Gesundheitswesen, Heilerziehungspflege und Deutsch Unterricht erhalten. Die beiden Frauen sind bereits aktiv geworden und haben Bewerbungen geschrieben – Hama möchte gerne in einem Altenheim arbeiten. Praktische Erfahrungen sammelten sie in Praktika in Pflege- und Kindertageseinrichtungen, was ihnen nicht nur Einblicke in die Branche, sondern auch wertvolle Fähigkeiten vermittelt hat.
Ein neues Ausbildungsangebot
Interessanterweise plant die Hildegardisschule ab dem Schuljahr 2024/2025 eine spezielle Klasse für die Ausbildung zur/zum Sozialassistent:in. Dieses Angebot ist besonders auf die Bedürfnisse von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zugeschnitten. Die steigende Zahl von Geflüchteten und Migrant:innen erfordert dringend gezielte Bildungsangebote. In einer Zeit, in der Deutschland einen Fachkräftemangel, insbesondere im sozialen und pflegerischen Bereich, erlebt, wollen die Lehrkräfte der Hildegardisschule mit dieser neuen Ausbildung eine wichtige Lücke füllen.
Die Herausforderungen, denen Menschen mit Fluchterfahrungen gegenüberstehen, sind nicht zu unterschätzen. Oft haben sie ihren erlernten Beruf aufgegeben, und die Anerkennung ihrer Zeugnisse in Deutschland gestaltet sich schwierig. Sprachliche und kulturelle Barrieren sind weitere Hürden, die es zu überwinden gilt. Doch die Hildegardisschule hat sich nicht nur darauf spezialisiert, sondern fördert auch gezielt die deutschen Sprachkenntnisse und vermittelt Kompetenzen im sozialen und pflegerischen Bereich. Sprachzertifikate (B1, B2) sind fester Bestandteil der Ausbildung und helfen den Teilnehmern, sich optimal auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Kooperationspartner in Münster unterstützen zudem die Absolventen beim Einstieg in die Berufswelt.
Gemeinsam für Chancengerechtigkeit
Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist ein zentrales Thema in Deutschland. Eltern und Lehrkräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Kultusministerkonferenz hat gemeinsam mit Organisationen eine Erklärung veröffentlicht, die den Titel „Integration als Chance – gemeinsam für mehr Chancengerechtigkeit“ trägt. Darin wurden konkrete Maßnahmen zur Förderung von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften an Schulen vereinbart. Ziel ist es, den Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern und die Integration umfassend zu unterstützen.
Mit dem Engagement der Hildegardisschule und den neuen Ausbildungsangeboten wird nicht nur der Bildungsweg für Geflüchtete geebnet, sondern auch eine Brücke zur Integration in die Gesellschaft geschlagen. Hama und Shayan sind nur zwei von vielen, die mit Mut und Entschlossenheit ihre Zukunft in Deutschland gestalten wollen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiterhin gefördert werden, um jedem Einzelnen die Chance auf ein erfülltes Leben zu geben.
Für weitere Informationen über die Ausbildungsangebote der Hildegardisschule können Sie die offizielle Webseite besuchen.
Die Hintergründe zu den Integrationsmaßnahmen finden Sie in der Erklärung der Kultusministerkonferenz.
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