Am 20. April 2026 war ein bedeutsamer Tag für die Notfallversorgung im Oberbergischen Kreis. In einer feierlichen Zeremonie wurden 15 Absolventen des Notfallsanitäter-Kurses verabschiedet, der im April 2023 begann. Unter den frischgebackenen Notfallsanitätern befanden sich 14 Teilnehmer aus dem Rettungsdienst des Kreises, während ein Absolvent für die Feuerwehr Lüdenscheid ausgebildet wurde. Leider gab es keine Teilnehmer aus dem Nordkreis, was die Kreisverwaltung dazu veranlasst, verstärkt für die Ausbildung in dieser Region zu werben. Die Veranstaltung wurde von bedeutenden Persönlichkeiten begleitet, darunter Stefan Heße, der allgemeine Vertreter des Landrates, Dr. Ralf Mühlenhaus, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, Maik Göbel, Leiter der Rettungsfachschule, und Julia Peterek, die Kursusleiterin.
Die Bedeutung der Notfallsanitäter für die Notfallversorgung wurde von Heße eindrucksvoll betont. Er dankte den Absolventen für ihre rund 4000 Ausbildungsstunden, die sie in die Qualifikation investiert hatten. Notfallsanitäter haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten, sei es im Rettungswagen, im Notarzteinsatzfahrzeug, in Notaufnahmen oder auf Intensivstationen. Dr. Mühlenhaus wies zudem auf die Verdopplung der Einsatzzahlen im Kreisgebiet in den letzten zehn Jahren hin, mit einer weiteren prognostizierten Erhöhung in den nächsten Jahren. Die Gründe hierfür sind der demografische Wandel und die steigende Inanspruchnahme des Rettungsdienstes für versorgungsmedizinische Anliegen.
Wachsender Bedarf an Fachkräften
Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist ein wichtiger Schritt in einem verantwortungsvollen Gesundheitsberuf. Der Rettungsdienst beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist der größte rettungsdienstliche Leistungserbringer in Deutschland und beschäftigt ca. 37.200 angestellte Mitarbeiter sowie rund 23.000 Ehrenamtliche im Rettungsdienst. Mit über 5.200 Notarzt-Einsatz-Fahrzeugen (NEF) und Rettungs- sowie Krankentransportwagen (RTW/KTW) sind täglich durchschnittlich ca. 20.000 Einsätze zu bewältigen. Das DRK sichert die Daseinsvorsorge vor Ort und bietet rund um die Uhr Hilfe an 365 Tagen im Jahr.
Die theoretische und praktische Ausbildung zum Rettungssanitäter erfolgt in den Landesrettungsdienstschulen des DRK und ist essenziell, um den wachsenden Anforderungen im Rettungsdienst gerecht zu werden. Die Kosten für die Ausbildung können über Bildungsgutscheine gefördert werden. Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Das DRK legt großen Wert auf fehlerfreie Ausstattung und Medizintechnik der neuesten Generation und fördert das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter durch angenehme Arbeitsbedingungen und flexible Teilzeitmodelle.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Bedeutung von Fachkräften im Rettungsdienst zeigt sich auch in den aktuellen Statistiken: Im Jahr 2021 waren rund 85.000 Personen im Rettungsdienst in Deutschland beschäftigt, wobei die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten in den letzten zehn Jahren um 71 % gestiegen ist. Im Vergleich dazu stieg die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen insgesamt nur um 21 %. Die Bundesagentur für Arbeit stuft den Bedarf an Fachkräften im Rettungsdienst als hoch ein, und Rettungsberufe gelten als Engpassberufe. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Ausbildung und Rekrutierung von Fachkräften zu fördern, um die hohe Nachfrage zu decken.
Der Frauenanteil im Rettungsdienst stieg von 27 % im Jahr 2011 auf 34 % im Jahr 2021, während im Gesundheitswesen insgesamt nur 25 % der Beschäftigten männlich waren. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Rettungsdienst zunehmend diverser wird und sich den gesellschaftlichen Veränderungen anpasst.
Insgesamt ist die Verabschiedung der 15 Absolventen des Notfallsanitäter-Kurses ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Notfallversorgung im Oberbergischen Kreis. Für die Region und darüber hinaus wird die Bedeutung gut ausgebildeter Rettungskräfte immer wichtiger.
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