Heute, am 25.04.2026, fand im Olper „Alten Lyzeum“ eine bemerkenswerte Veranstaltung des Heimatvereins statt. Der erste Nachmittagsvortrag, geleitet von Hans-Werner Scharioth, beleuchtete das Schicksal des versunkenen Biggetals. Die Nervosität im Vorfeld war deutlich spürbar, da unklar war, ob das neue Format auf Interesse stoßen würde. Doch die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: Über 70 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden sich im vollbesetzten Saal ein.

Der Vortrag mit dem Titel „60 Jahre Biggetalsperre – Versunken, aber nicht vergessen“ bot einen lebendigen Einblick in die Geschichte der Region. Scharioth präsentierte mehr als 300 Fotos und einige Filmschnipsel, die das Publikum sichtlich fesselten. Besonders eindrucksvoll war ein 19-minütiger, unbearbeiteter Film über das Biggetal, der Szenen des Musikvereins Sondern und fröhlicher Schützenfeste zeigte. Die Zuhörer erkannten eigene oder alte Wohnorte ihrer Vorfahren, was zu lebhaften Zwischenrufen führte.

Ein Blick in die Vergangenheit

Der Bau der Biggetalsperre, der zwischen 1956 und 1965 vollzogen wurde, stellt eines der größten wasserwirtschaftlichen Projekte der Nachkriegszeit dar. Der Einstau der Talsperre begann am 4. November 1965, und nur wenige Wochen später war das Tal vollständig gefüllt. In der Zeit des Talsperrenbaus dokumentierte der Ingenieur Richard Dietrich das Geschehen mit seiner Kamera. Diese historischen Aufnahmen wurden jüngst digitalisiert und sind nun über das Portal des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zugänglich. Die Sammlung zeigt nicht nur die Bauarbeiten, sondern auch das Biggetal vor dem Eingriff – mit Dörfern und landwirtschaftlichen Strukturen, von denen viele heute nicht mehr existieren.

Orte wie Listernohl, Ronnewinkel, Stade und Eichhagen sind im See verschwunden. Selbst die Waldenburger Kapelle wurde abgetragen und oberhalb des neuen Sees wieder aufgebaut. Diese Veränderungen haben die Region tiefgreifend geprägt, und die Ausstellung im Olper Heimatverein verschafft den Anwesenden ein Gefühl für die Vergangenheit und das, was verloren ging.

Ein neues Format mit Zukunft

Die hohe Resonanz auf den Vortrag von Scharioth hat den Heimatverein dazu bewogen, weitere Heimatnachmittage zu planen, die mehrmals im Jahr stattfinden sollen. Wolfgang Hesse wird die Organisation dieser Veranstaltungen übernehmen, unterstützt vom Vorstand des Heimatvereins für Olpe und Umgebung. Geplante Themen für zukünftige Vorträge umfassen einen computeranimierten Bildvortrag zur Bombardierung und Zerstörung der Olper Kernstadt, dessen Qualität bereits von Dr. Norbert Seyfert, Axel Stracke und Stadtarchivar Dr. Timo Erlenbusch überprüft wurde.

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Insgesamt zeigt die Veranstaltung nicht nur die lebendige Geschichte der Region, sondern auch das Engagement des Heimatvereins, das kulturelle Erbe Olpes zu bewahren und weiterzugeben. Die digitale Aufbereitung der Fotosammlung und die geplanten Vorträge könnten dazu beitragen, das Bewusstsein für die Geschichte und die Veränderungen in der Region zu schärfen und eine neue Generation für die Themen Heimat und Geschichte zu interessieren.

Für weitere Informationen zu den historischen Fotos und dem Talsperrenbau werfen Sie einen Blick auf die digitale Sammlung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hier.