Heute ist der 23.05.2026 und die Freibadsaison hat in Deutschland bereits begonnen. Doch während sich viele auf den Sprung ins kühle Nass freuen, gibt es hinter den Kulissen einen ernsten Mangel, der die Vorfreude trübt. Deutschlands Schwimmbäder kämpfen mit einem gravierenden Personalmangel an Bademeistern, und das hat direkte Auswirkungen auf die Öffnungszeiten und die Verfügbarkeit der Einrichtungen. Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, macht deutlich, dass dieser Mangel nicht von ungefähr kommt: Die Coronazeit und der Renteneintritt der Babyboomer-Generation haben die Situation verschärft. Aktuell reicht das Ausbildungspotenzial nicht aus, um die Rentenabgänge zu kompensieren. Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 94 Badbetreibern zeigt alarmierende Zahlen: Nur 58 Prozent der Stellen sind besetzt. Das bedeutet, dass fast jedes dritte Schwimmbad einen zweistelligen Personalbedarf hat, und jeder zehnte Betreiber berichtet sogar von mehr als 30 Prozent unbesetzten Stellen.
Die Folgen sind nicht zu ignorieren. Viele Bäder müssen schließen oder reduzieren ihre Öffnungszeiten, was für die Besucher natürlich äußerst unattraktiv ist. Und das ist noch nicht alles: Geldmangel zwingt einige Betreiber dazu, die Bäder ganz zu schließen oder ihren Betrieb stark einzuschränken. Harzheim fordert daher mehr Unterstützung von der Bundes- und Landespolitik, insbesondere in Form von dauerhaften Finanzierungsmodellen zur Deckung der Betriebskosten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Forderungen Gehör finden.
Ein Blick auf die Freibadsaison 2024
<pDie kommunalen Badbetreiber zeigen sich für die Freibadsaison 2024 zwar vorsichtig optimistisch, doch der Ausblick für die nächsten fünf Jahre, insbesondere für Hallenbäder, fällt eher pessimistisch aus. Die Freibäder sind in einem guten Zustand, doch der Fachkräftemangel bleibt eine große Sorge. Eine Branchenumfrage unter 314 Betreibern hat ergeben, dass 78 Prozent dieser Herausforderung gegenüberstehen. Die Situation ist nicht nur ein Problem des Personals, sondern auch des Sanierungsbedarfs, der besonders bei Hallenbädern hoch ist. Rückblickend auf die Freibadsaison 2023 berichten 46 Prozent der Betreiber von besseren Ergebnissen als im Vorjahr. Allerdings gibt es auch einen Anstieg der Bäder, die es schlechter ging – von 17 Prozent auf 27 Prozent.
Die größte Herausforderung bleibt der Fachkräftemangel, gefolgt von einem Sanierungsstau und dem Wandel zu klimaneutralen Bädern. Fast zwei Drittel der Badbetreiber wünschen sich stärkere politische Unterstützung. VKU-Chef Ingbert Liebing hebt hervor, wie wichtig Fördermittel für die Sanierungen sind, gerade jetzt, wo das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen für 2023/2024 gekürzt wurde und die Fortführung für 2025 ungewiss ist. Bei einem Blick auf die offenen Stellen: Bis zum 1. Mai 2024 waren 50 Prozent dieser Stellen unbesetzt. Und der Zustand der Freibäder? Nun, 16 Prozent sind frisch saniert, während 49 Prozent leichte Ausbesserungen benötigen und rund 35 Prozent in den nächsten fünf Jahren umfangreiche Sanierungen benötigen werden.
Hier und da gibt es jedoch auch Lichtblicke. Einige Bäder setzen auf innovative Lösungen wie KI-gestützte Videoüberwachung, um die Schwimmmeister zu unterstützen. Und erfreulicherweise hatten 85 Prozent der Bäder in der letzten Saison keine oder weniger als fünf gewalttätige Auseinandersetzungen. Es bleibt spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Herausforderungen zu meistern.
