Am Sonntag, dem 19. April 2026, steht der Kölner Stadtteil Deutz ganz im Zeichen des Sports und der olympischen Hoffnungen. In der Lanxess Arena wird der Handball-Pokal der Männer ausgetragen, während im benachbarten „KölnTriangle“ die zentrale Veranstaltung der Olympia-Bewerbung „KölnRheinRuhr“ stattfindet. Über vier Millionen Bürger in 17 Kommunen sind zur Abstimmung über die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen (NRW) aufgerufen. Die ersten Ergebnisse der Ratsbürgerentscheide werden gegen 19 Uhr erwartet, während das Gesamtergebnis um 21.30 Uhr verkündet werden soll. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sind vor Ort, um die Bürger zu ermutigen, ihre Stimme abzugeben.
Köln ist die „Leading City“ der Bewerbung, die insgesamt 17 Städte und 40 Sportstätten umfasst. Geplant ist ein Olympisches Dorf sowie ein temporäres Leichtathletikstadion mit 50.000 Plätzen, das nach den Spielen in ein urbanes Zentrum in Köln-Kreuzfeld umgebaut werden soll. Für die Olympischen Spiele werden 11,4 Millionen Tickets und für die Paralympischen Spiele 2,6 Millionen Tickets erwartet. Die geschätzten Kosten der NRW-Spiele belaufen sich auf 4,8 Milliarden Euro, während die Einnahmen mit 5,2 Milliarden Euro kalkuliert werden. Städte, die in der Abstimmung kein positives Votum erhalten, fallen aus der Bewerbung heraus.
Wettbewerb und Bürgerbeteiligung
Die Konkurrenz um die Austragung der Spiele ist nicht zu unterschätzen. Berlin, Hamburg und München haben ebenfalls Bewerbungen eingereicht. München hat bereits mit 66,4 Prozent für die Spiele gestimmt, während die Bürgerabstimmung in Hamburg am 31. Mai stattfinden soll. In Berlin wird das Abgeordnetenhaus entscheiden, da kein Bürgerentscheid vorgesehen ist. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September seinen Kandidaten für die Olympischen Spiele benennen, die nicht vor 2027 vergeben werden.
In Hamburg wird unterdessen intensiv an der Bewerbung gearbeitet. Am 1. November startete das Olympia-Team mit der Stadtmanufaktur in der HafenCity-Universität ein umfangreiches Programm, das Workshops, Mitmach-Aktionen und Informationsstationen umfasst. Prominente Sportler wie die Beachvolleyball-Silbermedaillisten Clemens Wickler und Nils Ehlers sowie Paralympics-Siegerin Edina Müller berichten über ihre Erfahrungen. Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Hamburger Bevölkerung gerecht wird, insbesondere in Bezug auf Barrierefreiheit und Sport für Kinder und Jugendliche.
Der Weg zur Entscheidung
Die Bürgerbeteiligung in Hamburg umfasst zudem sieben Beteiligungsabende in jedem Bezirk, wo Interessierte zu Themen wie Mobilität und Zuschauererlebnis diskutieren können. Online-Beteiligung ist über die Plattform Active City möglich, einschließlich einer Online-Umfrage. Sportsenator Andy Grote hebt hervor, wie wichtig die gemeinsame Gestaltung von Olympia für die Stadt ist. Am 31. Mai 2026 werden die Hamburger in einem Referendum über den offiziellen Eintritt ins internationale Bewerbungsverfahren entscheiden. Die Briefwahl beginnt Ende April 2026.
Die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Deutschland sind also in vollem Gange, und die Bürger sind eingeladen, ihre Stimme zu erheben und aktiv an dem Prozess teilzunehmen. Die Entwicklungen in diesem Bereich werden mit Spannung verfolgt, sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Hamburg und darüber hinaus. Es bleibt abzuwarten, welche Stadt letztendlich das Rennen um die Austragung der Spiele gewinnen wird. Für weitere Informationen zu den aktuellen Geschehnissen und Hintergründen, besuchen Sie bitte die Bild.