Im Rhein-Kreis Neuss gab es kürzlich einen feierlichen Anlass: 39 junge Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik haben ihre Lossprechung gefeiert. Diese jungen Fachkräfte dürfen sich nun Gesellen im Elektrohandwerk nennen. Lehrlingswartin Silvia Birbaum-Schmitz betonte während der Zeremonie die Bedeutung dieses entscheidenden Moments im Leben der Absolventen. Auch die Landrätin Katharina Reinhold wies auf die erhöhte Verantwortung hin, die diese Gesellen in ihren Betrieben übernehmen werden und betonte die Wichtigkeit des Elektrohandwerks für die Energiewende.

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst, besonders im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge nimmt stetig zu. Reinhold dankte auch den Ausbildern, Lehrern, der Innung und den Betrieben für ihr Engagement in der Ausbildung. Ein herausragendes Beispiel unter den neuen Gesellen ist Magnus Wengeler, 20 Jahre alt, der sich besonders für Gebäudeautomatisierung interessiert. Er hat seine Ausbildung als Zweitbester des Jahrgangs abgeschlossen, nachdem er durch einen Elektroinstallateur während eines Umbaus während der Corona-Pandemie inspiriert wurde.

Neue Ausbildungsordnungen im Elektrohandwerk

In Deutschland hat sich im Elektrohandwerk einiges getan. Am 09.04.2021 wurden neue Ausbildungsordnungen im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, die eine neue Struktur mit vier Ausbildungsberufen einführen. Diese umfassen Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker/in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik, Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration (neu) sowie Informationselektroniker/in. Der Beruf „Systemelektroniker/in“ wird nicht mehr als eigenständiger Ausbildungsberuf fortgeführt und die Inhalte werden in andere Ausbildungen integriert. Alle vorher gültigen Verordnungen traten am 01.08.2021 außer Kraft.

Die neuen Ausbildungsordnungen wurden mit dem Ziel entwickelt, die Fachkräfteausbildung an die wachsenden Anforderungen des Marktes anzupassen. Dies ist besonders wichtig, da die Nachfrage im E-Handwerk durch den Anstieg der Installation von PV-Anlagen, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge deutlich zunimmt.

Steigende Ausbildungszahlen und Trends

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2023 stieg der Ausbildungsbestand im E-Handwerk von 45.967 (2022) auf 46.196, was einem Plus von 0,5 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Neuverträge nahm zu und stieg von 15.521 (2022) auf 16.134 (2023), was einen Anstieg von 3,9 Prozent darstellt. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der weiblichen Nachwuchskräfte, die in diesem Sektor immer präsenter werden. Die Zahl der weiblichen Azubis stieg um 21,6 Prozent auf 530.

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Eine besondere Rolle spielt der Beruf Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik, dessen Ausbildungszahlen von 40.517 (2022) auf 41.018 (2023) gestiegen sind – ein Plus von 1,2 Prozent. Der neu eingeführte Beruf Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration verzeichnete sogar einen Zuwachs von 13,1 Prozent. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig das Elektrohandwerk für die Zukunft ist und welchen Stellenwert es in der Ausbildung junger Menschen einnimmt.

Die feierliche Lossprechung der 39 Elektroniker im Rhein-Kreis Neuss ist nicht nur ein schöner Moment für die Absolventen, sondern auch ein Zeichen für die Zukunft des Elektrohandwerks in Deutschland. Für weitere Informationen zu den Geschehnissen in Neuss können Sie die vollständige Berichterstattung auf rp-online.de nachlesen.