Die Ersthelfer-App „KatRetter“ ist nun auch im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn am Start. Die App, die im Auftrag der Berliner Feuerwehr entwickelt wurde, soll dazu beitragen, Leben zu retten, indem sie Menschen in der Region die Möglichkeit gibt, in Notfällen zu helfen. Die offizielle Vorstellung fand kürzlich im Siegburger Kreishaus statt, wo Landrat Sebastian Schuster und Oberbürgermeister Guido Déus die neue Technologie präsentierten.
Wie funktioniert das Ganze? Nutzer müssen sich zunächst registrieren und ihre Qualifikation als Ersthelfer angeben. Außerdem ist es wichtig, die Standortfreigabe zu aktivieren und den Status auf „verfügbar“ zu setzen. Bei einem Notruf, der auf einen möglichen Herz-Kreislauf-Stillstand hinweist, werden bis zu drei Ersthelfer in der Nähe alarmiert. Die Alarmierung erfolgt über eine Push-Benachrichtigung, die auch Informationen zur Entfernung des Notfalls enthält. Die Helfer haben dann 30 Sekunden Zeit, um zu entscheiden, ob sie den Einsatz annehmen oder ablehnen – und das aus verschiedenen Gründen, sei es privat oder beruflich.
Lebensrettende Maßnahmen schnell einleiten
Im Idealfall sind die Ersthelfer schnell zur Stelle und können lebensrettende Maßnahmen durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Das ist besonders wichtig, denn nach nur drei bis vier Minuten ohne Sauerstoff beginnen die Gehirnzellen abzusterben. Die App bietet sogar Unterstützung durch einen Rhythmusgeber für die Herzmassage, was das Ganze einfacher macht. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis werden jährlich etwa 550 Alarmierungen wegen potenziellen Herz-Kreislauf-Stillständen registriert, und der Rettungsdienst benötigt im Schnitt rund sechs Minuten, um nach einer Alarmierung vor Ort zu sein. In ländlichen Gebieten des Rhein-Sieg-Kreises kann es sogar noch länger dauern – manchmal bis zu 13 Minuten oder mehr.
Die Alarmierung erfolgt durch die gemeinsame Leitstelle in Siegburg, und jeder kann helfen, unabhängig vom Beruf – ob man nun Arzt oder Bäcker ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist lediglich, dass man über einen gültigen Erste-Hilfe-Nachweis verfügt und mindestens 18 Jahre alt ist. Am Morgen der Freischaltung hatten sich bereits über 725 Ersthelfer registriert, und die Resonanz ist durchweg positiv.
Ein Blick über die Grenzen
Ein interessanter Kontext dazu liefert ein Forschungsprojekt am Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin des Freiburger Universitätsklinikums. Dort wird ein Smartphone-basiertes Ersthelfersystem entwickelt, um das therapiefreie Zeitintervall bei einem Herzstillstand zu verkürzen. Unterstützt wird dieses Projekt von der Deutschen Herzstiftung mit 47.500 Euro. Hier geht es ebenfalls darum, Ersthelfer schnell zu alarmieren und sie zu befähigen, Herzdruckmassage, Beatmung und die Anwendung eines Defibrillators durchzuführen. Der Name des Projekts: „HEROES-Studie“ – ein echter Heldentaten-Ansatz, der darauf abzielt, die Überlebensraten bei Herz-Kreislauf-Stillständen zu erhöhen.
Zusammengefasst zeigt die Einführung der „KatRetter“-App, wie wichtig es ist, in Notfällen schnell zu handeln und Menschen in der Nähe aktiv in den Rettungsprozess einzubeziehen. Die App könnte also nicht nur ein Lebensretter, sondern auch ein Symbol für die Gemeinschaft sein, die zusammenkommt, um einander zu helfen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich dieses Projekt weiterentwickeln wird und welchen Einfluss es auf die Rettungsstatistiken in der Region haben kann.