Im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es Grund zur Freude: Der gesamte Kreis und seine Kommunen wurden für ihr Pilotprojekt einer gemeinsamen Krisenhotline mit dem Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Diese Ehrung fiel in die Kategorie „Krisenbewältigung“ und wurde von „Interkommunales NRW“ verliehen, einem Zusammenschluss aus Landkreistag, Städtetag sowie Städte- und Gemeindebund.
Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert, die zur Reduzierung der Einrichtungs- und Entwicklungskosten der Krisenhotline genutzt werden sollen. Diese Hotline bündelt personelle Ressourcen und sorgt für eine einheitliche, ausfallsichere Kommunikation und Technik. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Kommunalvertretern und einer externen Fachfirma.
Wichtige erste Anlaufstelle
Das Krisentelefon soll als erste Anlaufstelle für Bürger in Notsituationen dienen. Es wird von allen acht Städten und Gemeinden sowie dem Kreis genutzt, wobei die Koordination durch den Kreis und die Stadt Bergisch Gladbach erfolgt. Landrat Arne von Boetticher hebt die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit in Krisenzeiten hervor. Aktuell befindet sich das Projekt in der Pilotphase, mit einem offiziellen Start, der für den Sommer geplant ist.
Um den Erfolg der Hotline langfristig zu sichern, sind fortlaufende Schulungen, Übungen und regelmäßige Evaluationen vorgesehen. Die Auszeichnung fand im NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung statt, wo auch Kreisdirektor Markus Fischer, Beigeordneter Thore Eggert sowie die Projektleiter Cassandra Staehler und Jörg Köhler anwesend waren. Von insgesamt 427 nordrhein-westfälischen Kommunen nahmen 63 Projekte an diesem Wettbewerb teil. Weitere Preisträger waren unter anderem Gütersloh, Oberhausen, Bad Sassendorf, Schwalmtal und der Kreis Euskirchen.
Interkommunale Zusammenarbeit im Fokus
Die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit nimmt in Zeiten demografischer Veränderungen, technologischem Wandel und Herausforderungen der Digitalisierung stetig zu. Diese Strategie ermöglicht es den Kommunen, ihre Aufgaben effizienter zu erfüllen, auch wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind. Ziel ist es, die kommunale Infrastruktur und die öffentliche Daseinsvorsorge zu erhalten und gegebenenfalls auszubauen. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung Nordrhein-Westfalen unterstützt solche Projekte aktiv, um innovative Ansätze zu würdigen und nachahmenswerten Lösungen eine Plattform zu bieten.
Die Kooperation zwischen Städten und Gemeinden ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern bietet auch Vorteile wie Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung. Passgenaue Lösungen für die Region können so entwickelt werden, was den Bürgern letztlich zugutekommt. Weitere Informationen zu interkommunalen Projekten finden sich auf dem Portal Interkommunales NRW, das zahlreiche Praxisbeispiele und Informationen zu den Handlungsfeldern der Städte, Kreise und Gemeinden bereitstellt.