In Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es derzeit schätzungsweise rund 30 Wölfe, wie aus einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums hervorgeht. Diese Zahl basiert auf einer Schätzung des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK). Die Wölfe leben in sechs bestätigten Territorien, die regelmäßig überwacht werden. Jährlich veröffentlicht die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) die Ergebnisse dieser Wolfszählung, die allerdings keine konkreten Zahlen liefert, sondern nur die Anzahl der bestätigten Territorien anzeigt. Diese Territorien können ein Rudel, ein Wolfspaar oder ein einzelner Wolf umfassen.
Die Erfassung der Wölfe erfolgt durch verschiedene Methoden, darunter Fotofallen, genetische Analysen, beispielsweise aus Kotproben, und Heulanimationen. Letztere sind in Deutschland zwar selten erfolgreich, werden jedoch eingesetzt, um Wölfe zur Reaktion zu bewegen. Ein Territorium gilt als bestätigt, wenn ein eindeutiger Nachweis vorliegt, etwa durch Lebendfang, Totfund oder genetischen Nachweis. Laut den Zahlen aus 2024/25 gibt es in NRW drei bestätigte Rudel, ein Wolfspaar und zwei Einzeltiere. Im bundesweiten Vergleich hat NRW relativ wenige bestätigte Territorien; zum Vergleich: Niedersachsen hat 63 und Brandenburg 60.
Änderungen im Bundesjagdgesetz
Ein markantes Ereignis in der Wolfspolitik ist die Änderung des Bundesjagdgesetzes, die Anfang April 2026 in Kraft trat und den Wolf als jagdbare Tierart einstuft. Diese Maßnahme könnte weitreichende Konsequenzen für den Umgang mit der Wolfspopulation in Deutschland haben. Es ist interessant zu erwähnen, dass die Zahl der Nutztierrisse in NRW zuletzt zurückgegangen ist, was möglicherweise mit dem Verschwinden des Rudels um die Wölfin Gloria zusammenhängt. Gloria und ihr Rudel wurden in der Vergangenheit für zahlreiche Nutztierrisse verantwortlich gemacht.
Monitoring und Management
Das Monitoring zur Erfassung der Wölfe wird von den jeweiligen Bundesländern durchgeführt, und die aktualisierten Zahlen sind auf der Internetseite der DBBW verfügbar. Diese Stelle berät Behörden zu wildlebenden Wölfen und fasst Daten zum Wolfsvorkommen in Deutschland zusammen. Im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz werden Informationen bereitgestellt, die auch für das Management von Wölfen von Bedeutung sind.
Das Thema Wolf ist in den letzten Jahren nicht nur in NRW, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands und Europas ein heiß diskutiertes Thema geworden. So wurden beispielsweise in Schleswig-Holstein Goldschakale nachgewiesen, und in den Niederlanden gab es Vorfälle, bei denen Wölfe Menschen verletzten. Solche Ereignisse verdeutlichen die Notwendigkeit klarer Handlungsempfehlungen für den Umgang mit auffälligen Wölfen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.
Für weitere Informationen und aktuelle Ergebnisse aus dem Monitoring des deutschen Wolfsvorkommens können Interessierte die DBBW-Website besuchen. Dort sind auch Managementinformationen und Empfehlungen für den Umgang mit wildlebenden Wölfen zu finden. Die Diskussion um die Rückkehr des Wolfes in Deutschland bleibt spannend und wird auch in Zukunft ein zentrales Thema in der Naturschutz- und Jagdpolitik sein.