In Wandsbek, einem Bezirk in Hamburg, wird am Dienstag, den 12. Mai 2026, die nächste reguläre Sitzung des bezirklichen Inklusionsbeirats stattfinden. Das Ganze wird von 17 bis 19 Uhr im Bürgersaal Wandsbek, Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg, im vierten Obergeschoss abgehalten. Besonders praktisch: Die Sitzung ist öffentlich, und es bedarf keiner Anmeldung! Jeder, der sich für das Thema Inklusion interessiert, ist herzlich eingeladen.
Der Inklusionsbeirat, der mittlerweile seit 2012 existiert, hat sich als Pionier in Hamburg etabliert. Er war der erste Bezirk, der auf dieser Ebene einen Inklusionsbeirat ins Leben gerufen hat. Die Hauptaufgabe dieses Gremiums ist es, das Bezirksamt bei der Umsetzung von Inklusionsmaßnahmen zu beraten und die Interessen von Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörigen zu vertreten. Ein wichtiges Ziel ist die Entwicklung einer inklusiven und barrierearmen Kommunalpolitik, was bedeutet, dass der Kontakt zu Organisationen von und für Menschen mit Behinderungen gepflegt wird. Zudem fungiert der Beirat als Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte.
Themen der Sitzung
In der kommenden Sitzung wird ein Input und Fachaustausch mit dem Kommunalen Gesundheitsförderungsmanagement des Gesundheitsamts Wandsbek auf der Agenda stehen. Die Diskussion wird sich um die Tätigkeitsfelder des Gesundheitsamts drehen und deren Überschneidungen mit dem Thema Inklusion. Das sind spannende Themen, die nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die gesamte Gemeinde von großer Bedeutung sind.
Der Inklusionsbeirat hat sich auch einen regelmäßigen Austausch mit der Bezirksamtsleitung, der Bezirks-Politik und der Verwaltung sowie Fachstellen zur Aufgabe gemacht. Bei Fragen kann das Fachamt Sozialraummanagement unter der E-Mail-Adresse inklusion@wandsbek.hamburg.de kontaktiert werden.
Politischer Kontext
Die Diskussion um Inklusion in Deutschland ist längst nicht nur ein lokales Thema. Ein bundesweites Forschungsprojekt, das vom Deutschen Institut für Menschenrechte und der Universität Siegen durchgeführt wurde, hat die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in deutschen Kommunen untersucht. Die UN-BRK ist seit 2009 in Deutschland geltendes Recht und soll sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Doch die Realität sieht oft anders aus. Nur 41% der Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern haben konkrete Pläne zur Umsetzung dieser wichtigen Konvention. Und viele Kommunen zögern, Investitionen in die Barrierefreiheit zu tätigen, was auf knappe Kassen zurückzuführen ist. Dabei ist barrierefreie Infrastruktur für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unerlässlich, und der Handlungsbedarf ist durch den demografischen Wandel noch dringlicher geworden.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts zeigen, dass partizipative Planungsprozesse, also die aktive Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in Entscheidungsprozesse, entscheidend sind. Nur durch eine systematische Planung, ausreichend personelle und finanzielle Ressourcen sowie die Beteiligung der Betroffenen können praxistaugliche Lösungen gefunden werden.
Die Untersuchungsergebnisse sind auf der Website des Deutschen Instituts für Menschenrechte öffentlich zugänglich und bieten wertvolle Praxisbeispiele, rechtliche Vorgaben und Hilfestellungen für inklusive Gemeinwesen. Ein Schritt in die richtige Richtung – und vielleicht auch ein Ansporn für andere Bezirke, es Wandsbek gleich zu tun.