Heute ist der 6.06.2026 und in Ahrweiler brodelt es. Die Situation rund um das ZF-Werk in Ahrweiler und den geplanten Umzug nach Niederzissen ist angespannt. Im Dezember 2025 hatte ZF den Umzug infrage gestellt, da das Werk in Ahrweiler nicht ausgelastet ist und somit nicht profitabel arbeitet. Ursprünglich war der Umzug für 2026 vorgesehen. Jetzt stehen die Gespräche zwischen ZF und der IG Metall auf der Kippe. Die Gewerkschaft hat angekündigt, den Druck auf die Verhandlungen zu erhöhen und plant bereits Demonstrationen.
Ein Autokorso mit 100 Fahrzeugen von Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Niederzissen zeigt, wie sehr die Beschäftigten für ihre Belange kämpfen. Sie fordern Planungssicherheit für den Standort Niederzissen und wollen, dass ihre Stimmen gehört werden. Der Betriebsrat hat klargemacht, dass die Belegschaft am Unternehmen festhalten und in Niederzissen arbeiten möchte. ZF hingegen verweist auf einen laufenden Prüfprozess zur wirtschaftlichen Perspektive des Standorts und plant, Anfang März Vorschläge zur Zukunft vorzulegen. Die Ergebnisse sollen dann Mitte März bei einer Betriebsversammlung präsentiert werden.
Die Reaktionen der Region
Bürgermeister Johannes Bell hat sich kritisch zur Situation geäußert und betont, wie wichtig das neue Werk für die Region ist. Schließlich wurde es auch im Kontext der Flutkatastrophe errichtet, um Hochwassergefahren zu vermeiden. Der Mietvertrag für das Werk in Ahrweiler läuft noch bis 2028, und während eines Warnstreiks äußerten Mitarbeitende den Wunsch, in Niederzissen zu arbeiten und sich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Die IG Metall hat für den 7. März einen weiteren Demonstrationsmarsch in Bad Neuenahr-Ahrweiler angekündigt – der Druck wächst.
Die Belegschaft selbst zeigt sich stark. Über 90% sind in der Gewerkschaft organisiert und haben am Ende des Verhandlungsprozesses für das Verhandlungsergebnis einstimmig gestimmt. Es wird als Erfolg der Solidarität und des Einsatzes der Belegschaft beschrieben – eine Gemeinschaft, die für ihre Ziele einsteht. Der Umzug nach Niederzissen wird als neuer Abschnitt in der Unternehmensgeschichte gefeiert und soll Stabilität sowie neue Perspektiven bieten. Viele danken den Unterstützer*innen für ihre Energie und Präsenz während der Verhandlungen.
Die Zukunft des Standorts
Der Umzug wird nicht nur als notwendige Maßnahme, sondern auch als Chance angesehen. Die Entscheidung, nach der Flutkatastrophe im Ahrtal zu verlagern, ist ein Schritt, um die Region zukunftssicher zu machen. ZF plant, Informationen zum Zukunftstarifvertrag und zum Umzug in einer offiziellen Pressemitteilung bereitzustellen. Die gesamte Region und die ZF-Familie haben dazu beigetragen, dass es zu diesem Ergebnis gekommen ist.
Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Die Mitarbeitenden und die Gewerkschaft sind bereit, für ihre Interessen einzustehen. Vor allem die Fragen der wirtschaftlichen Perspektive und der Planungssicherheit für den neuen Standort in Niederzissen werden die Gemüter noch beschäftigen. Es bleibt spannend!
