Bad Dürkheim, eine Stadt, die sich zunehmend für nachhaltige Energiequellen einsetzt, plant eine innovative Pilotanlage für Agri-Photovoltaik, insbesondere in den Weinbergen der Region. Diese Initiative ist Teil der umfassenden Solarstrategie, die seit 2021 in Kraft ist und darauf abzielt, die Photovoltaik in der Stadt kontinuierlich auszubauen. Thomas Giel, der Vorsitzende des Klimabeirats, hat im Stadtrat die ambitionierten Ziele der Stadt betont. Ein zentraler Aspekt dieser Strategie ist der jährliche Ausbau der Photovoltaik, der in den letzten Jahren übertroffen wurde.
Am 28. April 2026 beschloss der Stadtrat eine evaluierte und fortgeschriebene Version der Solarstrategie. Diese überarbeitete Fassung, die dem Klimabeirat vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt wurde, ergänzt die ursprünglichen Inhalte um wichtige neue Themenfelder. Dazu zählen Agri- und Freiflächen-Photovoltaik sowie der Ausbau von Batteriespeichern, um die Nutzung des erzeugten Solarstroms zu optimieren. Die Stadt hat erkannt, dass eine vollständig regenerative Stromversorgung bis 2040 allein durch Photovoltaik nicht erreichbar ist und setzt daher auf ergänzende Maßnahmen.
Ambitionierte Ziele und Erfolge
Die Stadt Bad Dürkheim hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2035 sollen alle gut geeigneten Dachflächen mit Photovoltaik ausgestattet sein, und zwischen 2035 und 2040 strebt man an, die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Laut den vorliegenden Daten hat die Solarstromerzeugung von 2017 mit etwa 4.900 MWh (4,7 % des Gesamtstromverbrauchs) einen bemerkenswerten Anstieg auf ca. 19.340 MWh (18,4 %) im Jahr 2026 erfahren. Die Stadt plant zudem, den Photovoltaik-Ausbau von derzeit 1.600 kWp jährlich weiter zu steigern, um bis 2040 eine Stromerzeugung von etwa 41.800 MWh zu erreichen.
Die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie zeigt sich in verschiedenen Maßnahmen: von der Einrichtung eines städtischen Solarportals über die Förderung von Solar-Checks bis hin zur Unterstützung von mehr als 100 Stecker-Solaranlagen. Auch die Installation von über 800 kWp Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Identifizierung von Flächenpotenzialen für Freiflächen- und Agri-Photovoltaik ist ein weiterer wichtiger Punkt, der im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung angegangen wird.
Agri-Photovoltaik als Chance
Das Konzept der Agri-Photovoltaik, das landwirtschaftliche Produktion mit erneuerbarer Stromerzeugung auf derselben Fläche kombiniert, findet auch auf Bundesebene Unterstützung. Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir fördern diese Initiative, da sie als Schlüssel zur effizienten Landnutzung und zur Reduzierung des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft betrachtet wird. Ein Leitfaden informiert über die Vorteile und das Potenzial der Agri-PV und zeigt, wie dieses Konzept zu stabilen zusätzlichen Einkommensquellen für Landwirtschaftsbetriebe beitragen kann.
Die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik bietet zahlreiche Chancen, stellt aber auch Herausforderungen dar. Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung ist entscheidend für den Erfolg solcher Projekte. Die Stromgestehungskosten liegen zwischen 7 und 12 Eurocent pro kWh, was Agri-PV wettbewerbsfähig macht. Die dritte Ausgabe des Leitfadens hebt erfolgreiche Anwendungsbeispiele hervor und beschreibt, wie Agri-PV in den ordnungspolitischen Rahmen eingebettet werden kann.
Mit diesen Maßnahmen und der fortschreitenden Solarstrategie bekräftigt die Stadt Bad Dürkheim ihren Kurs hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung und setzt ein Zeichen für eine grünere Zukunft, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile verspricht.