Am Donnerstag, den 7. Mai, dürfen sich Interessierte in Bad Dürkheim auf einen spannenden Vortrag freuen. Um 17 Uhr beginnt im Forum des Pfalzmuseums für Naturkunde eine Veranstaltung, die sich mit der Rolle von Rindern als wichtigen Nutztieren im Mittelalter beschäftigt. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „Von Ochsen, Pferden und Hunden – Arbeitstiere in der Geschichte“, die vom Institut für Geschichtliche Landeskunde organisiert wird. Ein Highlight dürfte der Vortrag von Agrarhistoriker und Archäologen Claus Kropp sein, der mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen sicher für einige Aha-Momente sorgen wird.
Wusstet ihr, dass Rinder im Mittelalter eine zentrale Rolle spielten? Sie waren nicht nur Fleisch- und Milchlieferanten, sondern auch wichtige Zugtiere und Düngerproduzenten. Man könnte sagen, sie waren die Alleskönner der Landwirtschaft. Das lateinische Flächenmaß „Iugerum“ (Joch) beschreibt beispielsweise die Fläche, die an einem Tag mit einem Rindergespann gepflügt werden konnte. Claus Kropp wird in seinem Vortrag auch experimentelle archäologische Ansätze einbeziehen, die in Freilichtlaboren wie Lauresham erprobt werden. Dort wird die frühmittelalterliche Landwirtschaft mit Zugrindern unter realen Bedingungen erforscht.
Experimentelle Archäologie in Lauresham
Lauresham hat sich als ein Zentrum für experimentelle Archäologie etabliert und kooperiert mit zahlreichen Partnern im Projekt „A Year On The Field“. Hier wird nicht nur die Landwirtschaft des Mittelalters untersucht, sondern auch die Bedingungen für nachhaltige Lebensmittel- und Textilproduktion. Wer sich für die praktischen Aspekte der Archäologie interessiert, sollte den Tag der Experimentellen Archäologie nicht verpassen. Dieser bietet praktische Vorführungen und Fachvorträge in deutscher und englischer Sprache und zieht Fachleute sowie Interessierte aus der ganzen Welt an.
Ein Beispiel für die weitreichende Vernetzung von Lauresham ist die Internationale Vereinigung Agrarhistorischer Museen (AIMA). Bei der Lauresham Lecture for Experimental Archaeology wird Debra Reid, die Generalsekretärin der AIMA, zugegen sein. Die Vielfalt der präsentierenden Institutionen, darunter das Römerkastell Saalburg und die Keltenwelt am Glauberg, zeigt, wie lebendig und dynamisch die experimentelle Archäologie hier betrieben wird. Außerdem gibt es eine Fotoausstellung mit dem Titel „Experimentelle Archäologie und Archäotechnik erleben“, die bis zum 15. September zugänglich ist.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Gesellschaft für Agrargeschichte e.V. (GfA) spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle in der Kommunikation über die ländliche und agrarische Geschichte. Sie bietet eine Plattform für den Austausch von Informationen und fördert das Verständnis für das Agrarkulturerbe. Ein spannendes Projekt der GfA ist die „Initiative AgrarKulturerbe“, die sich mit dem materiellen Erbe der Landwirtschaft beschäftigt. Auch die Zeitschrift „Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie“ stellt wertvolle Informationen bereit und bietet einen Einblick in die neuesten Forschungen und Entwicklungen in diesem Bereich.
Der Vortrag über die Bedeutung des Rinds als Nutztiers im Mittelalter in Bad Dürkheim verspricht also nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend zu werden. Und hey, der Eintritt ist kostenlos! Wer also in der Nähe ist oder gerade zufällig ein paar Minuten Zeit hat, sollte sich diesen Termin im Kalender markieren. Vielleicht begegnet man ja dem ein oder anderen Rind in der Diskussion!