Am Mittwoch, dem Blitzermarathon, wurden in Rheinland-Pfalz alarmierende 6.715 Geschwindigkeitsverstöße gezählt. Im Rahmen der „Speedweek“ führten Polizisten umfangreiche Kontrollen durch, bei denen insgesamt 1.904 Verstöße festgestellt wurden, von denen 602 beim Blitzermarathon erfasst werden konnten. Zusätzlich kamen Messanlagen zum Einsatz, die 46.837 Verstöße dokumentierten, wovon 6.113 allein während des Marathon-Tages registriert wurden. Der rheinland-pfälzische Innenminister Ebling bezeichnete diese Aktionswoche als einen bedeutenden Baustein zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Ein besorgniserregender Trend zeigt sich: Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Verletzten und Toten bei Verkehrsunfällen im Vergleich zum Vorjahr, obwohl die Verkehrsunfallbilanz für 2025 insgesamt weniger Unfälle, jedoch mehr fatale Folgen aufweist. Besonders häufig sind nicht angepasste Geschwindigkeiten als Ursache für schwere Verkehrsunfälle, vor allem auf Landstraßen. Die Kontrollaktion zielte darauf ab, die Verkehrsteilnehmer für die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit zu sensibilisieren.

Beispiele für Geschwindigkeitsüberschreitungen

Die Geschwindigkeitsüberschreitungen waren teils dramatisch. So wurde ein Autofahrer in Koblenz mit 50 km/h über dem Limit angehalten, während ein Motorradfahrer in Worms sogar 56 km/h zu schnell unterwegs war. Besonders auffällig war ein Fahrer auf der B41 bei Kirn, der 67 km/h schneller als erlaubt fuhr. Zudem wurde ein 35-jähriger Fahrer in Bingen ohne Führerschein erwischt, dessen Fahrerlaubnis bereits 2013 entzogen worden war. Die Radarfallen waren an Unfallschwerpunkten, in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Baustellen aufgestellt, um gezielt die gefährdeten Bereiche zu überwachen.

Die Blitzermarathon-Aktion fand nicht nur in Deutschland statt, sondern es beteiligten sich auch andere europäische Länder wie Tschechien und Kroatien. Die Koordination der Kontrollen wurde durch das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk Roadpool organisiert. Die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen variieren je nach Schwere des Verstoßes und können mit Punkten in Flensburg sowie Fahrverboten einhergehen. In der Speedweek 2025 wurden landesweit mehrere zehntausend Verstöße festgestellt, und über zwei Millionen Fahrzeuge kontrolliert.

Ausblick und zukünftige Aktionen

In Deutschland sind für das Jahr 2026 zwei großangelegte Blitzermarathons geplant: im April und im August. Während die Frühjahrs-Aktion bereits vom 13. bis 19. April stattfand, wird der Blitzermarathon im August vom 3. bis 9. August durchgeführt. Anders als im Frühjahr, wo ein spezifischer Blitzer-Tag im Mittelpunkt steht, sind die Kontrollen im August gleichmäßig über die Woche verteilt. Ziel dieser Aktionen ist es, die Autofahrer an die Tempolimits zu erinnern und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der ADAC sieht diese Blitzermarathons als wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit und betont die Rolle der Medienberichterstattung, um das Bewusstsein für die Gefahren des schnellen Fahrens zu schärfen. Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino hebt hervor, wie wichtig es ist, Vorbilder für Kinder zu sein und die Geschwindigkeit an die jeweilige Umgebung anzupassen.

Weitere Informationen zur Verkehrsunfallbilanz finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.