Heute ist der 27.05.2026 und im Donnersbergkreis wird wieder einmal eine wichtige Mission durchgeführt. Seit zwei Jahren ist das Team der Kitzrettung Moscheltal aktiv, um Rehkitze vor den Gefahren der Mähwerke zu schützen. Ein hehres Ziel, das nicht nur den Tierschutz in den Vordergrund rückt, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Tierschützern fördert. Das Einsatzteam, bestehend aus Katharina Weber, John Newsome und den Geschwistern Oliver und Dagmar Gläßge, geht früh morgens auf die Wiesen, um die kleinen Rehkitze zu sichern. Denn je früher sie starten, desto weniger wird das Mähwerk zur Gefahr für die verletzlichen Tiere.

Oliver Gläßge, ein erfahrener Drohnenpilot, nutzt eine Wärmebildkamera-Drohne, um die versteckten Rehkitze aufzuspüren. Die Drohnensteuerung erfordert einen speziellen Führerschein, und Oliver hat auch einen Jagdschein, was ihm in dieser Situation zugutekommt. Vor jedem Einsatz ist es wichtig, sich mit dem Jagdpächter abzusprechen – Wilderei ist ein absolutes Tabu! Auf den Wiesen des Landwirts Patrick Becker wird deshalb ein gründlicher Einsatz geplant. Zuerst wird die erste Wiese abgesucht – ohne Erfolg. Aber bei der zweiten Wiese gibt es endlich einen Treffer: Ein Kitz wird entdeckt und vorsichtig in eine Kiste gesetzt. Das Kitz ist geschätzte eine Woche alt und muss jetzt sicher untergebracht werden, damit der menschliche Geruch nicht zu einer Gefahr wird. Ein schattiger Platz unter einem Baum wird schnell gefunden, um das kleine Wesen nach dem Mähen wieder freizulassen.

Effektive Methoden zur Kitzrettung

Das Team wird nicht nur durch ihre eigene Hartnäckigkeit, sondern auch durch die neuesten Technologien unterstützt. Laut dem Verein „Rehkitzrettung Eichtling e.V.“ ist der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras die effektivste Methode zur Rehkitzrettung. In der Region ist der Bedarf an solchen Einsätzen groß, da herkömmliche Methoden wie Hunde oder Abstecken oft nicht den gewünschten Erfolg bringen. Daher ist es umso wichtiger, dass Landwirte, Jäger und Tierschützer zusammenarbeiten, um die Rehkitze zu schützen. Diese Kooperation wird im Tierschutzgesetz (§1 TierschutzG) verankert, das die Vermeidung von Tierleid als oberste Priorität definiert.

Und das Beste daran? Die drohnengestützte Rehkitzrettung ist für Landwirte, Jäger und Jagdpächter kostenlos. Das macht es für alle Beteiligten einfacher, sich an diesen wichtigen Einsätzen zu beteiligen. Interessant ist auch, dass gesetzliche Sonderregelungen für den Drohneneinsatz in Wohngebieten gelten. So darf der Mindestabstand beim tiefen Fliegen von 150 Metern auf nur 10 Meter reduziert werden. Das zeigt, wie wichtig diese Technologie mittlerweile geworden ist.

Ein gemeinsames Ziel

Die Rehkitzrettung im Donnersbergkreis ist also nicht nur eine beeindruckende technische Leistung, sondern auch ein Beispiel dafür, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen sind. Tierschutz, Landwirtschaft und moderne Technologie werden hier vereint, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Und während die Drohnen über die Wiesen gleiten und ihre Suche nach den schützenswerten Rehkitzen fortsetzen, wird klar, dass es hier nicht nur um den Schutz von Tieren geht, sondern um die Verantwortung, die wir alle gegenüber unserer Umwelt tragen.

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