Im Kreis Germersheim hat die Jagd auf den Nordamerikanischen Ochsenfrosch begonnen, und das bereits in ihrer sechsten Saison. Diese invasive Art, die bis zu 20 Zentimeter groß werden kann, gefährdet die heimische Artenvielfalt durch ihre aggressive Fortpflanzung und ihren hohen Nahrungsbedarf. Die Rückkehr der Jägerteams von April bis September soll langfristig zur Ausrottung dieser Art in der Pfalz führen. Aktuell sind etwa sechs bis acht Jägerteams aktiv, unterstützt von Anglern, Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Ortsgemeinden, um den Bestand der rund 5.600 Ochsenfrösche, vor allem in Form von Kaulquappen, zu reduzieren.

Die Jagd erfolgt in der Nacht, wenn die Frösche aktiv sind. Geschlechtsreife Tiere werden mit Schusswaffen erlegt, während Larven und Jungtiere mithilfe von Keschern und Reusen gefangen werden. Ein Weibchen kann pro Jahr bis zu 25.000 Eier legen, was die Bekämpfung dieser Art zu einer echten Herausforderung macht. Die Kaulquappen des Ochsenfrosches setzen zudem Hemmstoffe in Gewässer frei, die die Fortpflanzung einheimischer Amphibien behindern. Darüber hinaus verbreitet der Ochsenfrosch den Chytridpilz, der für viele Amphibienarten tödlich ist.

Merkmale und Lebensraum

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch hat eine olivgrüne, graue oder bräunliche Rückenfarbe, die mit unregelmäßigen dunklen Flecken versehen ist. Er ist eine der größten Froscharten weltweit und hat eine auffällige Kehle, die bei Männchen gelblich und bei Weibchen cremefarben ist. Die kräftigen Schwimmhäute zwischen den Zehen helfen ihm, sich im Wasser fortzubewegen. Sein markantes Gebrüll, das bis zu zwei Kilometer weit hörbar ist, erinnert an das Geräusch eines Ochsen.

Sein ursprüngliches Areal liegt in Nordamerika, wo er sich in aquatischen Lebensräumen, insbesondere in Süßwasser, wohlfühlt. Die größte Bedrohung für einheimische Amphibienarten ist die Ressourcenkonkurrenz, die durch den Ochsenfrosch entsteht. Die Jagdmaßnahmen, die in Germersheim seit 2021 durchgeführt werden, zeigen bereits erste Erfolge: Es wurde ein Rückgang der geschlechtsreifen Tiere festgestellt, und die Verbreitung der Frösche konzentriert sich zunehmend auf weniger Gewässer.

Invasive Arten und ihre Bekämpfung

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch gehört zu den 114 invasiven Arten, die auf der EU-Unionsliste stehen. Diese Liste umfasst Arten, die Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen können. Invasive Arten sind gebietsfremde Arten, die sich stark ausbreiten und nachweislich Schäden verursachen. Anders als viele einheimische Arten fügen sich invasive Arten nicht unauffällig in die Ökosysteme ein, was ihren Umgang erschwert. Die Bekämpfung erfolgt durch Prävention, Eindämmung und Management, wobei nicht nur die Jagd auf den Ochsenfrosch Teil dieser Strategie ist.

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Die aktuellen Maßnahmen im Kreis Germersheim sind ein Beispiel dafür, wie man mit invasiven Arten umgeht. Neben der Jagd werden auch andere Methoden wie Lebendfang, Zäunung und das Ablassen von Gewässern in Betracht gezogen. Auch die Beseitigung von Lebensräumen ist eine Maßnahme, die zur Eindämmung dieser Spezies eingesetzt werden kann.

Die Herausforderungen, die invasive Arten wie der Nordamerikanische Ochsenfrosch mit sich bringen, sind nicht zu unterschätzen. In den kommenden Jahren werden die Jagdmaßnahmen voraussichtlich fortgesetzt, um die heimische Artenvielfalt zu schützen und die negativen Auswirkungen dieser invasiven Art weiter zu minimieren. Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen kann die vollständige Quelle zu diesem Thema hier eingesehen werden.