In der Region Koblenz ist ein besorgniserregender Anstieg der Dieseldiebstähle zu verzeichnen. Zwischen Januar und März 2026 meldete das Polizeipräsidium Koblenz einen deutlichen Anstieg in der Zahl der Diebstähle, der vor allem auf der Autobahn A61 beobachtet wurde. Die Taten ereigneten sich häufig nachts an schlecht beleuchteten oder abgelegenen Orten wie Rastplätzen. Die Polizei führt diesen Anstieg auf die hohen und schwankenden Kraftstoffpreise zurück.
Besonders betroffen sind Lastkraftwagen, die auf Rastplätzen abgestellt werden, sowie landwirtschaftliche Maschinen, die auf ungesicherten Höfen parken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es eine Zunahme von 46,5 Prozent. Von Februar auf März 2026 stieg die Zahl der Fälle von 32 auf 63, was nahezu einer Verdopplung entspricht. Im April 2026 wurde auf einem Rastplatz an der A61 bei Mendig ein Diebstahl gemeldet, bei dem rund 200 Liter Diesel aus einem Lastwagen entwendet wurden. Auch mindestens zwei Fälle von Diesel-Diebstahl auf Betriebsgeländen von Speditionen sowie das Anzapfen des Tanks eines Wohnmobils wurden registriert.
Die Täter und ihre Maschen
Die Tätergruppen stammen größtenteils aus Osteuropa und agieren meist gewerbsmäßig. In einem weiteren Vorfall im März 2026 verursachten Unbekannte ein Leck in einer Diesel-Pipeline in Weibelsheim, wodurch Kraftstoff in einen nahegelegenen Bach floss. Solche Angriffe sind jedoch die Ausnahme. Die Polizei hat die Lkw- und Wohnmobilfahrer gewarnt und gibt Empfehlungen zur Diebstahlprävention. Es wird geraten, Fahrzeuge nicht an schlecht beleuchteten oder abgelegenen Orten abzustellen und den Zugang zu den Tanks zu erschweren, beispielsweise indem man direkt an einer Mauer parkt.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Tankalarme oder mechanische Rücklaufsperren können ebenfalls hilfreich sein, da abschließbare Tankdeckel oft nicht ausreichen, um Diebstähle zu verhindern. Die Situation ist nicht nur in Rheinland-Pfalz angespannt; auch in Sachsen-Anhalt ist der Diebstahl von Kraftstoff stark angestiegen. Im März 2023 entstanden dort Schäden von rund 189.000 Euro, fast dreimal so viel wie im Februar 2023. Baustellen und abgestellte Lastwagen sind besonders betroffen, wobei Täter häufig größere Mengen Treibstoff abzapfen.
Ein Blick über die Landesgrenzen
Ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt zeigt das Ausmaß des Problems: In Bülstringen wurden während der Osterfeiertage rund 3.500 Liter Diesel aus Baustellenfahrzeugen entwendet. Täter brachen sogar Lagercontainer auf und stahlen Werkzeuge sowie eine Kraftstoffpumpe. Der Gesamtschaden in diesem Fall betrug etwa 15.000 Euro. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass hohe Spritpreise einen klaren Treiber für den Anstieg von Dieseldiebstählen darstellen. Im Februar und März 2024 wurden in Sachsen-Anhalt 27 bzw. 32 Anzeigen registriert, während die Werte im Jahr 2025 bei 41 und 32 Fällen lagen. Die Schadenssummen in den Vorjahren lagen zwischen 35.000 und 74.000 Euro, was im Vergleich zu den aktuellen Zahlen gering ist.
Die Polizei und die betroffenen Fahrer sind gefordert, sich mit den neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen, während die Bevölkerung wachsam bleiben sollte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickelt. Für weitere Informationen zu den Dieseldiebstählen in Rheinland-Pfalz können Sie die ausführliche Berichterstattung auf der Webseite des SWR nachlesen.