In Kusel, wo die Wiesen blühen und die Kirchtürme hoch in den Himmel ragen, hat sich kürzlich ein interessantes Geschehen um die evangelische Kirche der Pfalz entfaltet. Dekan Lars Stetzenbach hat sich zur Berichterstattung über ein Treffen der Initiative „Pro Presbyterium“ geäußert und dabei ziemlich klare Worte gefunden. In einem Artikel der RHEINPFALZ wurden seiner Meinung nach die Reformpläne der protestantischen Kirche stark verkürzt dargestellt. Dabei geht es nicht, wie einige meinen, um die Abschaffung der gemeindlichen Verantwortung, sondern um eine grundlegende Reform der Verwaltungs-, Finanz- und Gebäudestrukturen.
Diese Reform hat es in sich. Die Gemeinden verlieren zwar ihren Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts, dafür wird ein „Ortskirchengemeinderat“ als gewähltes Leitungsorgan eingeführt. Das klingt nach einer großen Veränderung! Dennoch betont Stetzenbach, dass die wesentlichen Aufgaben wie Verkündigung, Gottesdienste und Seelsorge weiterhin in der Verantwortung der Gemeinden liegen. Auch in der Frage der finanziellen und räumlichen Gestaltung bleibt die Entscheidungshoheit bei den Ortskirchengemeinden. Verkündigungen, Gottesdienste und Seelsorge – das bleibt alles in der Hand derer, die vor Ort sind.
Ein Blick auf die Podiumsdiskussion in Wachenheim
Doch das war noch nicht alles. In Wachenheim, in der voll besetzten Protestantischen Kirche St. Georg, fand eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Was wird aus unserer Kirche?“ statt. Organisiert von der Initiative „Pro Presbyterium“, zog sie etwa 150 Mitglieder aus protestantischen Kirchengemeinden an, vor allem entlang der malerischen Deutschen Weinstraße. Timo Schmidt, persönlicher Referent von Kirchenpräsidentin Wüst, war ebenfalls vor Ort und sprach über die Herausforderungen, denen sich die Evangelische Kirche der Pfalz gegenübersieht. Die Zahl der Mitglieder sinkt, die Finanzen sind angespannt und der Nachwuchs an Pfarrern bleibt aus. Ein düsteres Bild, wenn man bedenkt, dass die Kirche in zehn Jahren ohne Geld dastehen könnte, wenn keine Veränderungen vorgenommen werden.
Die Diskussion drehte sich auch um die geplante Reduzierung der Kirchenbezirke von 15 auf 4. Man könnte sagen, das sorgt für ordentlich Aufregung! Viele Teilnehmer äußerten Bedenken und sprachen von „Monster-Dekanaten“. Die Angst vor einem Verlust der Selbstständigkeit und der Rechte der Kirchengemeinden steht im Raum. Auch die Initiative Pro Presbyterium warnte davor, dass durch diese Reformen die Gestaltungshoheit der Gemeinden gefährdet sei. Die Evangelische Kirche der Pfalz muss bis 2035 massive 60 Millionen Euro einsparen, bedingt durch die Kirchenaustritte. Eine ernste Herausforderung, die nicht ignoriert werden kann.
Der Weg zur Reform
Die Reformprozesse sind seit 2023 transparent und umfassen Fachgruppen, Konvente sowie synodale Beratungen. Ein echter Dialog zwischen den Entscheidungsträgern und den Gemeinden ist also angestrebt. In der Herbstsynode der Evangelischen Kirche der Pfalz, die am 21. November beginnt, soll der Gesetzentwurf für diese Reformen diskutiert werden. Dekan Paul Metzger hat betont, dass Bezirks- und Kirchenbezirke in den Reformprozess einbezogen werden. Das klingt ja fast nach einem demokratischen Prozess – oder etwa nicht?
Aber die Fragen sind nicht einfach. Wie kann die Kirche handlungsfähig bleiben, wenn die Mitgliederzahlen weiter sinken? Von 2017 bis 2024 haben die evangelischen Landeskirchen dreieinhalb Millionen Mitglieder verloren. Prognosen sagen sogar einen weiteren Rückgang bis 2045 voraus. Auf die Kirchen wartet eine schmerzhafte Einsparung von rund einer Milliarde Euro in den nächsten zehn Jahren. Das führt zu einem Umdenken, hin zu mehr Angestelltenverhältnissen und weg von der Verbeamtung neuer Pfarrer. Es bleibt spannend, wie die Kirchen in Zukunft auf diese Herausforderungen reagieren werden!
Die Reformen sind also nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern spiegeln einen größeren Trend wider. Die evangelische Kirche scheint sich in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und notwendiger Modernisierung zu bewegen. Was bleibt, sind Fragen nach Gottes Willen und der Richtung, die die Kirche einschlagen möchte. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen einen tragfähigen, geistlichen Plan für die Zukunft entwickeln.
Quellen: RHEINPFALZ, SWR, Pro Medien Magazin.
