Heute ist der 19.04.2026. In Ludwigshafen gibt es derzeit einen heftigen Widerstand gegen die Pläne der Stadt, eine neue Kindertagesstätte (Kita) im Alwin-Mittasch-Park in Friesenheim zu errichten. Diese Initiative zur Bebauung hat eine Bürgerbewegung mobilisiert, die sich vehement für den Erhalt des Parks einsetzt. Am Protesttag versammelten sich etwa 300 Menschen im Park und bildeten eine Menschenkette mit dem Schriftzug „NEIN“. Die Bürgerinitiative argumentiert, dass Ludwigshafen dringend mehr Grünflächen benötigt, da es die am stärksten versiegelte Stadt Deutschlands ist. Hier würde eine weitere Versiegelung der Fläche den ohnehin kritischen Zustand der städtischen Umwelt nur verschärfen.
Besonders wichtig ist der Park für die Anwohner und Spaziergänger, darunter Angehörige von Patienten, die im nahegelegenen Klinikum behandelt werden. Die Protestaktion wurde von Cornelia Zeißig, einer Pfarrerin, mitorganisiert und sollte laut ihrer Aussage „friedlich und charmant“ ablaufen. Gleichzeitig wurde am Protesttag eine Online-Petition von 1.600 Menschen unterzeichnet, die sich an Oberbürgermeister Klaus Blettner richtet. Die Stadtverwaltung prüft unterdessen verschiedene Standorte für neue Kitas, und die Ergebnisse sollen im Sommer veröffentlicht werden.
Hintergrund der Proteste
Bereits 2022 gab es Proteste gegen Baupläne im Alwin-Mittasch-Park, die erfolgreich waren. Die Bürgerinitiative betont die Bedeutung des Parks als Erholungsfläche und als wichtiges stadtklimatisches Element. Der Alwin-Mittasch-Park gilt als innerstädtisches Kaltluftentstehungsgebiet, welches besonders in den heißen Sommermonaten für Abkühlung sorgt. Die Stadt plant, den Park mit einer Kita zu bebauen, obwohl es alternative Standorte für Kitas gibt und die Bürgerschaft Widerstand leistet.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Verkehrssituation in der Umgebung. Eine Bebauung könnte die Parkplatz- und Verkehrssituation weiter verschärfen. Zudem wird angeführt, dass das Projekt den historischen Charakter des Parks gefährden könnte, da er von einheitlicher Bebauung aus den 20er Jahren umgeben ist. Die Bürger appellieren an den Stadtrat und den Oberbürgermeister, den Park nicht zu bebauen und stattdessen den Erhalt der Grünflächen zu priorisieren.
Die Rolle der BASF
Ein weiterer Aspekt, der die Diskussion um den Alwin-Mittasch-Park begleitet, ist der geplante Besitzerwechsel. Die BASF plant, den Park im Juli kostenlos an die Stadt zu übertragen. Dies könnte einen bedeutenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Parks haben. Laut der Deutschen Umwelthilfe hat Ludwigshafen einen alarmierenden Status, da 58% der Fläche versiegelt sind. Die Bürgerinitiative fordert daher, dass weitere Flächenversiegelungen verhindert werden und der Park als Rückzugsort für die Bevölkerung erhalten bleibt.
Die Bürgerinitiative hat bereits in der Vergangenheit mit einer Petition und 2795 Unterschriften erfolgreich gegen ein Großprojekt im Alwin-Mittasch-Park mobilisiert. Die Situation zeigt, dass das Thema Grünflächen in urbanen Räumen immer mehr in den Fokus rückt und die Bürger zunehmend für ihre Rechte und die Erhaltung ihrer Lebensqualität eintreten.