In Ludwigshafen brodelt es. Der Chemieriese BASF hat kürzlich ein Sparprogramm angekündigt, das bis 2029 Einsparungen von 20 Prozent der Fixkosten im Kerngeschäft vorsieht. Der Vorstandsvorsitzende Markus Kamieth hat in einer Pressemitteilung betont, dass vor allem beim Personal gespart werden muss, und zwar auch am Firmensitz in Ludwigshafen. Ein wenig beunruhigend ist, dass es bisher keine konkreten Angaben zur Anzahl der betroffenen Jobs gibt. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sollen jedoch in naher Zukunft aufgenommen werden, und das gibt zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer.
Schon seit Anfang 2024 sind rund 2.800 Stellen am Stammsitz in Ludwigshafen weggefallen. Betriebsratschef Sinischa Horvat äußert, dass aktuell unklar ist, wie stark das Stammwerk von den neuen Sparmaßnahmen betroffen sein wird. Er erwartet allerdings, dass die Bereiche Produktion und Technik weniger stark betroffen sein werden. Das Unternehmen plant, sich stärker auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, das in vier Segmente unterteilt ist: Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care. Dieses Umdenken wird auch mit einer Neustrukturierung des Firmensitzes in Ludwigshafen einhergehen.
Zukunftsängste in Ludwigshafen
Die Unsicherheit über die Zukunft und die Arbeitsplatzsituation in Ludwigshafen lässt viele Mitarbeiter und deren Familien nicht los. Mit dem Sparprogramm „CoreShift“ zielt BASF darauf ab, sich auf die wesentlichen Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Das klingt ja alles ganz gut, aber wenn man bedenkt, dass in den kommenden Jahren auch die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland geplant ist, wird einem schon mulmig. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich sollen nach Indien und Malaysia verlagert werden. Wer weiß, was das für die Belegschaft hier bedeutet!
Ein richtiger Hammer: Am 27. Februar 2026 plant BASF den Abbau von weltweit 4.800 Stellen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. In Anbetracht der hohen Energiepreise, der nachlassenden Nachfrage aus China und der strukturellen Transformation steht das Unternehmen unter immensem Druck. Die Einsparziele von 2,3 Milliarden Euro pro Jahr scheinen wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Mitarbeiter zu hängen.
Rechte der Arbeitnehmer
Ein weiterer wichtiger Punkt, den man nicht vergessen sollte: Bei Massenentlassungen ist BASF gesetzlich verpflichtet, eine Massenentlassungsanzeige bei der Bundesagentur für Arbeit einzureichen und den Betriebsrat zu konsultieren. Das bedeutet, dass der Betriebsrat auch das Recht hat, einen Sozialplan zu verhandeln. In diesem Sozialplan werden Abfindungshöhen und Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung geregelt. Es gibt zwar keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung, aber die Verhandlungen können durchaus Spielraum bieten. Es ist wichtig, dass die betroffenen Arbeitnehmer ihre Kündigungen rechtlich prüfen lassen.
Die nächsten Schritte für die Mitarbeiter stehen also an. Der Betriebsrat ist gefordert, und die Arbeitnehmer sollten unbedingt ihre Rechte kennen und sich rechtzeitig beraten lassen. Es bleibt zu hoffen, dass die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern bald fruchtbare Ergebnisse bringen.
Die Entwicklungen bei BASF sind nicht nur für die Mitarbeiter in Ludwigshafen von Bedeutung, sondern werfen auch ein Licht auf den aktuellen Zustand der deutschen Industrie im Allgemeinen. Die Frage, wie Unternehmen wie BASF mit den Herausforderungen der Marktbedingungen umgehen, wird auch in den kommenden Monaten und Jahren für viel Gesprächsstoff sorgen. Die Aktionärsversammlung 2026 findet übrigens am 24. April in Ludwigshafen statt – und das wird ein interessantes Treffen werden!
Für die Mitarbeiter heißt es jetzt, stark zu bleiben und die Augen offen zu halten. In dieser turbulenten Zeit sind Zusammenhalt und rechtliche Beratung das A und O.
