In Mainz sorgten am Sonntagnachmittag mehrere Autokorsos für erhebliche Verkehrsbehinderungen auf der A60. Gegen 15 Uhr meldete die Polizei den ersten Korso, der in Richtung Bingen unterwegs war. Autofahrer berichteten von etwa zehn Fahrzeugen, die alle Fahrspuren blockierten und den Verkehr ausbremsten. Vermutlich handelte es sich um einen Hochzeitskorso, denn die Autos fuhren nur mit maximal 40 km/h. Unter den Fahrzeugen war ein auffälliger dunkler BMW, auf dessen Motorhaube eine große türkische Flagge prangte. Ein weiterer Autokorso wurde rund eine Stunde später an der Anschlussstelle Heidesheim gesichtet. Hier fuhren mehrere Autos auf allen drei Fahrspuren nebeneinander, was für einen erheblichen Stau sorgte.
Ein Autofahrer, der mit 130 km/h unterwegs war, musste scharf abbremsen, um die Korsos zu überholen. Auch hier wurde ein dunkles Auto mit türkischer Flagge beobachtet, was den Verdacht auf eine Verbindung zwischen den beiden Korsos erhärtete. Die Polizei berichtete von gefährlichen Situationen, die durch diese Autokorsos auf den Autobahnen und städtischen Straßen entstanden. Während nicht jeder Hochzeitskorso verboten ist, wurde in diesem Fall ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr eingeleitet. Die Autobahnpolizei Heidesheim bittet um Hinweise, insbesondere zu den Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge. Zeugen können sich telefonisch unter 06132 950-0 oder per E-Mail an PAStHeidesheim@polizei.rlp.de wenden, um zur Aufklärung beizutragen. Mehr Informationen gibt es auch in einem Artikel von SWR.
Hochzeitskorsos: Ein wiederkehrendes Problem
Die Vorfälle in Mainz sind kein Einzelfall. Laut Berichten kam es zur selben Zeit auch an anderen Orten in Deutschland zu ähnlichen Situationen. Auf der A60 bei Mainz, gegen 17 Uhr, haben Hochzeitskorsos erneut für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Der Hechtsheimer Tunnel war sogar teilweise „vollständig blockiert“. Zeugen berichteten von zwischen vier und sieben Autos, an denen „marokkanische Flaggen“ befestigt waren. Ob der Verkehr in diesem Fall komplett zum Stillstand kam, ist unklar. Hochzeitskorsos sind bekannt dafür, regelmäßig Probleme auf deutschen Autobahnen zu verursachen. Ein weiterer Vorfall ereignete sich Ende Januar auf der A98 in Bayern, wo etwa acht Fahrzeuge mit 60 bis 70 km/h unterwegs waren. Auch hier wurden Ermittlungen wegen Nötigung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr eingeleitet.
In einem anderen skurrilen Vorfall in Baden-Württemberg fuhren Fahrer in Schlangenlinien und einer zündete sogar Pyrotechnik, die er auf die Fahrbahn warf. Die Polizei konnte den Korso stoppen und leitete Strafverfahren ein, da der Bräutigam keinen Führerschein hatte. Es scheint, als ob Hochzeitskorsos nicht nur eine Feierlichkeit darstellen, sondern auch ein gewisses Risiko für alle Verkehrsteilnehmer mit sich bringen. Diese Vorfälle werfen Fragen auf, wie man mit solchen Feierlichkeiten umgehen sollte, um sowohl den Spaß der Feiernden zuzulassen als auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Weitere Details zu den Hochzeitskorsos sind in einem Artikel von t-online nachzulesen.
Ein weiteres Beispiel aus der Region
Ein weiterer Vorfall, der die Problematik von Hochzeitskorsos verdeutlicht, ereignete sich am Sonntagabend, 27. April, auf der A2 bei Lauenau. Dort verursachte ein Hochzeitskorso einen Unfall, als der gesamte Korso ohne Ankündigung von der rechten auf die mittlere Fahrspur wechselte. Ein 40-jähriger Autofahrer, der ausweichen wollte, kollidierte mit einem VW T-Roc. Der Sachschaden wurde auf etwa 1700 Euro geschätzt, doch der Korso setzte seine Fahrt fort, ohne sich um die Folgen zu kümmern. Die Polizei konnte die Fahrzeuge des Korsos nicht mehr finden, was die Situation noch frustrierender machte. Eine Zeugin bemerkte später, dass die Fahrzeuge Gütersloher Kennzeichen (GT) trugen und sah sie auf einem Seitenstreifen zwischen den Anschlussstellen Wunsthorf-Luthe und Garbsen. Die Polizei Hannover hat Ermittlungen wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Nötigung im Straßenverkehr aufgenommen. Zeugen, die Informationen über die Kennzeichen des Hochzeitskorsos oder das Ziel der Fahrzeuge haben, werden gebeten, sich unter 0511 109-8930 an die Autobahnpolizei Hannover zu wenden. Weitere Informationen dazu sind in einem Artikel von HNA zu finden.
