In Mainz gibt es einen Lichtblick für Mütter in Not: Nach der Schließung der alten Babyklappe vor einem halben Jahr wurde nun eine neue eröffnet. Diese befindet sich an der Rückseite der Kinderklinik (Gebäude 109) der Universitätsmedizin Mainz und ist rund um die Uhr geöffnet. Die Babyklappe bietet einen anonymen Rückzugsort für Mütter, die in schwierigen Lebenssituationen sind und ihr Neugeborenes abgeben möchten. Die Einrichtung garantiert, dass die abgelegten Kinder in unmittelbarer Nähe zu medizinischer Fachkompetenz versorgt werden können.
Die neue Babyklappe ist ein einfacher, aber sicherer Raum mit einem Kinderbett, der durch eine Türe mit der Aufschrift „Babyklappe“ zugänglich ist. Wenn eine Mutter die Tür öffnet, ertönt ein stiller Alarm in der benachbarten Kindernotaufnahme, was eine sofortige medizinische Betreuung gewährleistet. Mütter haben fünf Minuten Zeit, um ihr Baby in das Kinderbett zu legen und den Raum zu verlassen. Die Außentür schließt sich automatisch, um das Kind zu sichern. Nach Ablauf dieser fünf Minuten wird eine Pflegekraft eintreten, um sich um das Kind zu kümmern. Die Universitätsmedizin hat einen festgelegten Prozess für die Untersuchung und Versorgung des Babys eingeführt und benachrichtigt zeitgleich die Adoptionsstelle des Jugendamtes Mainz sowie den Sozialdienst katholischer Frauen.
Unterstützung für Mütter in Not
Für Mütter, die in einer Notlage sind, gibt es die Möglichkeit, sich später beim Jugendamt zu melden. Dort erhalten sie Beratung und Unterstützung. Es wird jedoch geprüft, ob eine Rückkehr des Kindes zur Mutter möglich ist. Die Universitätsmedizin, die Stadt Mainz, das Land und der Sozialdienst katholischer Frauen betonen die Wichtigkeit dieser Babyklappe, um Müttern in Krisensituationen eine sichere Option zu bieten.
Die Planung und die Baumaßnahmen für die neue Babyklappe wurden von der Universitätsmedizin übernommen, während die Finanzierung durch eine städtische Stiftung sichergestellt wurde. Die Trägerschaft bleibt beim Sozialdienst katholischer Frauen. Nach der Schließung der alten Babyklappe im Oktober 2025 war die Suche nach einem neuen Standort intensiv, da die alte Einrichtung von den Marienschwestern betreut wurde, die aufgrund ihres Alters keine Nachfolgerinnen finden konnten. In den 23 Jahren, in denen die alte Babyklappe in Betrieb war, wurden zehn Neugeborene abgegeben.
Vertrauliche Geburt und Anonymität
Die neue Babyklappe ergänzt die bereits bestehenden Angebote für schwangere Frauen in schwierigen Lebenslagen, wie die vertrauliche Geburt. Diese ermöglicht es schwangeren Frauen, ihre Schwangerschaft geheim zu halten und ihre Kinder sicher zur Welt zu bringen, ohne ihre Identität preiszugeben. Die vertrauliche Geburt wird von einer Schwangerschaftsberatungsstelle begleitet und wahrt das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Hierbei kann die schwangere Frau ein Pseudonym wählen, während ihre realen Personalien sicher verwahrt werden.
Ein wesentlicher Unterschied zur anonymen Geburt liegt in der medizinischen Begleitung, die bei einer vertraulichen Geburt gewährleistet ist. Die Hilfsangebote für schwangere Frauen in Notlagen sind kostenfrei und die Schwangerschaftsberatungsstellen bieten individuelle Unterstützung und Beratung an. Auch ein Hilfetelefon mit kostenloser Beratung in 19 Sprachen steht zur Verfügung. Die schwangere Frau hat die Möglichkeit, sich auch kurz vor oder nach der Geburt für diese Form der Geburt zu entscheiden, wobei ihre Identität während des gesamten Verfahrens geschützt bleibt.
Die neue Babyklappe in Mainz stellt somit einen wichtigen Schritt dar, um Müttern in Krisensituationen eine sichere Lösung zu bieten. Weitere Informationen und Unterstützung finden Interessierte unter der Quelle von Tagesschau. Auch die Angebote zur vertraulichen Geburt sind unter Bundesministerium für Familie einzusehen.