Am Freitag, den 15. Mai, ist es wieder soweit: Die Vereinten Nationen gedenken dem Internationalen Tag der Familie. Ein schöner Anlass, um über die Rolle von Familien nachzudenken – und besonders über Gastfamilien, die eine Schlüsselrolle im interkulturellen Austausch spielen. Die deutsche Organisation Experiment, die als die älteste gemeinnützige Austauschorganisation gilt, hebt in diesem Zusammenhang hervor, wie wichtig es ist, internationale Jugendliche für mehrere Monate in den eigenen vier Wänden willkommen zu heißen. Durch diese Gastfreundschaft fördern Familien nicht nur den interkulturellen Austausch, sondern auch die Gastfreundschaft in Deutschland.

Für interessierte Familien aus Mayen gibt es in diesem Sommer die Möglichkeit, einem internationalen Gast für drei bis zehn Monate ein Zuhause zu bieten. Die Jugendlichen stammen aus verschiedenen Ländern, darunter Australien, Italien, Mexiko, Neuseeland, der Slowakei, Tschechien und den USA. Ein Beispiel ist Nate, ein Austauschschüler aus den USA, der im kommenden Schuljahr 2024/25 nach Deutschland kommt. Er betont, wie bedeutend seine Gastfamilie für seine Erfahrung ist. Wer sich für diese besondere Herausforderung interessiert, kann auf der Website von Experiment mehr erfahren und sich registrieren. Für direkte Beratung steht Katrin Pohl aus der Bonner Geschäftsstelle zur Verfügung (Telefon: 02 28 / 9 57 22-41, E-Mail: gastfreundlich@experiment-ev.de).

Die Bedeutung von Gastfamilien

Ein Blick auf die Erfahrungen ehemaliger Gastfamilien zeigt, wie wertvoll diese Zeit ist. Ein Autor reflektiert über seine eigenen Erfahrungen aus der Jugend und gesteht, dass er mit 16 Jahren keinen Austauschschüler aufnehmen wollte, obwohl Platz vorhanden war. Heute denkt er anders. In seiner kleineren Wohnung hat er erkannt, dass Gastfamilien mehr bieten als nur ein Dach über dem Kopf. Sie sind der Ort, wo Werte und Konfliktlösungsstrategien erlernt werden – die „Keimzelle der Gesellschaft“ sozusagen.

Die Entscheidung, einen Austauschschüler aufzunehmen, erfordert Offenheit und die Bereitschaft, das eigene Leben zu teilen. Es ist kein Produkt, das man einfach kaufen kann; es ist ein Geschenk, das sich auf gegenseitige Weise entfaltet. Wichtige Faktoren für die Aufnahme eines Austauschschülers sind Lebenssituation, Platz und die persönliche Bereitschaft. Diese Erfahrungen führen oft zu langfristigen Freundschaften und einem echten interkulturellen Austausch, der weit über die gemeinsame Zeit hinausgeht.

Vielfalt der Gastfamilien

Interessanterweise sind Gastfamilien ein fester Bestandteil der Austauschprogramme von AFS – einer weiteren renommierten Organisation. Diese Familien sind vielfältig und repräsentieren unterschiedliche Interessen und Lebensstile. Die Voraussetzungen sind denkbar einfach: Ein eigenes Bett für das Gastkind, Offenheit und der Mut, ein neues Familienmitglied willkommen zu heißen. Es spielt keine Rolle, ob man in einer großen Familie lebt oder nur zu zweit ist, ob Mann oder Frau – jeder kann Gastfamilie werden.

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Natürlich gibt es Unterstützung. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter*innen stehen immer bereit, um Gastfamilien zur Seite zu stehen. Die Erfahrungen, die Familien und Austauschschüler dabei sammeln, sind unbezahlbar und prägen oft das gesamte Leben. Wenn du also überlegst, ob du eine Gastfamilie werden kannst, denk daran: Es geht nicht nur um das Teilen von Raum, sondern um das Teilen von Leben!