In Neustadt an der Weinstraße gibt es Grund zur Veränderung. Peter Stahl, ein fester Bestandteil der lokalen Apothekerszene, hat nach 35 Jahren seinen Apothekerberuf an den Nagel gehängt. Man könnte sagen, es ist ein kleiner Einschnitt in die Geschichte der Stadt, denn Stahl hat nicht nur die Sonnen-Apotheke betrieben, sondern war auch ein bekanntes Gesicht in der Gemeinde. Sein Rückzug aus dem Beruf hat allerdings einen Lichtblick: Sein Sohn, der nun die Geschäfte übernimmt, wird die Sonnen-Apotheke weiterführen. Ein „glücklicher Zufall“ nennt Stahl diese Nachfolge, die in einer Zeit kommt, in der die Apothekerlandschaft in Neustadt nicht mehr so prächtig aussieht wie früher.

Um die Dimension zu verstehen, muss man wissen, dass es vor einigen Jahren noch sieben Apotheken in Neustadt gab; jetzt sind es nur noch zwei. Das ist schon eine massive Reduktion und spricht Bände über die Herausforderungen, mit denen Apotheker heutzutage konfrontiert sind. Die Schließungen und die verringerte Anzahl an Apotheken sind kein Einzelfall, sondern ein Trend, der sich durch ganz Deutschland zieht. Das Apothekensterben hat alarmierende Ausmaße angenommen, und die Zahlen sind ernüchternd.

Ein Blick auf die aktuelle Apothekenlandschaft

<pLaut dem Deutschlandfunk wird die Zahl der Apotheken in Deutschland bis Ende 2025 auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren absinken. Nur noch 16.601 Apotheken sollen dann existieren. Das ist ein drastischer Rückgang, der sich nicht einfach ignorieren lässt. Die letzte Honorerhöhung für rezeptpflichtige Arzneien liegt bereits 13 Jahre zurück, und seitdem hat jede fünfte Apotheke schließen müssen. Der Apothekerverband ABDA fordert daher dringend eine Erhöhung der Vergütung, die seit 2013 bei 8,35 Euro pro Packung festgelegt ist.

Ein Lichtblick könnte die geplante Anhebung des Fixums sein, die ab 1. Juli 2023 auf 9 Euro und ab 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro steigen soll. Hans-Peter Hubmann von der Deutschen Apothekervereinigung (DAV) zeigt sich optimistisch, dass eine höhere Vergütung den Trend der Schließungen stoppen könnte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Besonders kleine Apotheken sind gefährdet, während große Apotheken möglicherweise von den höheren Honoraren profitieren könnten.

Die Konkurrenz der Versandapotheken

Ein weiterer Aspekt, der die Situation kompliziert macht, sind die Versandapotheken wie Shop Apotheke und DocMorris. Diese dürfen Rabatte auf verschreibungspflichtige Arzneien anbieten, was den stationären Apotheken untersagt ist. Eine ungleiche Wettbewerbssituation, die viele Apotheker vor große Herausforderungen stellt. Außerdem plant die Bundesregierung, Apotheken zusätzliche Kompetenzen zu geben, etwa in Bezug auf Impfungen und die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept. Das sorgt für Verunsicherung, vor allem bei den Ärzten, die eine solche Entwicklung skeptisch betrachten.

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Das alles passiert, während die Wege zu den Apotheken für die Patienten kaum länger werden, trotz der sinkenden Anzahl an Betrieben. Es ist irgendwie paradox: weniger Apotheken, aber die Erreichbarkeit bleibt. Dennoch bleibt die Frage, wie lange kleinere Apotheken wie die Sonnen-Apotheke den Herausforderungen standhalten können.

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