In einer überraschenden Wendung hat der Adventsmarkt im Kohlbachtal seine Pforten für immer geschlossen. Die Ortsgruppe Lambrecht der Naturfreunde, die seit 2003 das Event unter dem Motto „So weihnachteln wir im Kohlbachtal“ organisiert hat, sieht sich gezwungen, diesen Schritt zu gehen. Gabriele Muder, die Vorsitzende der Lambrechter Naturfreunde, bestätigte das Ende des Marktes und führt das hohe Durchschnittsalter der Mitglieder, das über 75 Jahre beträgt, als Hauptgrund an. Immer mehr ehrenamtliche Helfer können aus Altersgründen nicht mehr teilnehmen, was die Organisation und Durchführung eines solchen Marktes zunehmend erschwert. (Quelle)

Die Entscheidung trifft nicht nur die Mitglieder der Naturfreunde, sondern auch die gesamte Gemeinde, die über die Jahre hinweg viele schöne Momente auf dem Adventsmarkt erlebt hat. Die festlich geschmückten Stände, der Geruch von gebrannten Mandeln und Glühwein, das Lachen von Kindern – all das wird nun fehlen. Es ist ein Verlust, der nicht nur die Tradition betrifft, sondern auch die Gemeinschaft, die sich um diesen Markt gebildet hat.

Herausforderungen für das Ehrenamt

Dieses Schicksal ist nicht einzigartig. Der demografische Wandel hat auch in Deutschland weitreichende Folgen für das bürgerschaftliche Engagement. Viele Organisationen, die auf ehrenamtliche Helfer angewiesen sind, spüren den Rückgang an jüngeren Engagierten. Während das Engagement bei den über 65-Jährigen zwar ansteigt, bleibt die Bereitschaft, Leitungsfunktionen zu übernehmen, oft aus. Hierbei ist es entscheidend, dass Initiativen wie die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE), die 2020 gegründet wurde, Strategien entwickelt, um jüngere Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Programme wie „FuturE“ sollen helfen, junge Erwachsene im Alter von 18 bis 27 Jahren in Leitungspositionen zu unterstützen. Interessanterweise wird ab 2024 auch das Programm erweitertet und steht dann auch Engagierten zwischen 55 und 68 Jahren offen. (Quelle)

Die DSEE fördert zudem die Digitalisierung im Ehrenamt; über 57 % der Engagierten nutzen das Internet, um sich zu vernetzen und Informationen auszutauschen. Das Programm „100xDigital“ soll Organisationen bei digitalen Herausforderungen unterstützen und ihnen helfen, sich besser zu vernetzen. Diese Entwicklungen sind wichtig, denn in einer Welt, die sich immer schneller wandelt, ist es entscheidend, dass auch das Ehrenamt Schritt hält.

Die Zukunft des Adventsmarktes

Wie geht es nun weiter für den Adventsmarkt im Kohlbachtal? Die Schließung des Marktes ist ein Weckruf für alle, die sich für die Gemeinschaft und deren Zukunft einsetzen. Es wird notwendig sein, neue Wege zu finden, um Traditionen lebendig zu halten und gleichzeitig den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen. Vielleicht gibt es schon bald neue Ideen oder Formate, die jüngere Menschen ansprechen und die Gemeinschaft zusammenbringen. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation entwickeln wird.

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