Im Herzen von Pirmasens, genauer gesagt im Forum ALTE POST, erwartet die Besucher eine wahrhaft magische Ausstellung: „Es war einmal… Die Brüder Grimm und ihre Märchenwelt“. Diese spannende Schau, die vom 5. Juli bis zum 16. August 2023 zu sehen ist, bietet einen faszinierenden Einblick in die Bilderwelten der berühmten Märchenautoren. Dr. Bernhard Lauer, Geschäftsführer der Brüder-Grimm-Gesellschaft in Kassel, hat diese Ausstellung mit viel Liebe und Hingabe konzipiert. Die Exponate reichen von alten Bilderbogen über Schwarz-Weiß-Zeichnungen und Scherenschnitten bis hin zu Buchcovern und modernen Märchenbildern. Hier wird deutlich, wie die Märchen der Brüder Grimm über die Jahre hinweg interpretiert und neu gestaltet wurden.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den „Kinder- und Hausmärchen“, die 1812 und 1815 veröffentlicht wurden. Diese Märchen sind nicht nur in Deutschland, sondern international bekannt und wurden in über 200 Sprachen übersetzt. Die Ausstellung zeigt auch Märchenvorläufer aus Italien und Frankreich sowie Werke bis ins Jahr 2013. Besonders beeindruckend sind die französischen Bilderbogen aus Wissembourg, die einen zusätzlichen kulturellen Kontext bieten. Und dann sind da die besonderen Exponate – ein Märchenfries aus einem Berliner Kinderzimmer um 1913/14 und moderne Märchenbilder aus Holland. Man könnte fast sagen, diese Geschichten sind wie ein großer Teppich, der aus vielen bunten Fäden besteht.

Ein buntes Begleitprogramm

Die Ausstellung bietet auch ein abwechslungsreiches Begleitprogramm. Am 5. Juli wird die Vernissage mit einer Einführung und musikalischer Begleitung gefeiert. Für die jüngeren Besucher gibt es am 12. Juli eine Familienführung mit einer Kreativaktion, und am 15. Juli wird ein Ferienprogramm für Kinder von 6 bis 10 Jahren angeboten. Besonders spannend wird der Druckworkshop für Erwachsene am 18. Juli, während die Jugendlichen am 28. Juli ebenfalls kreativ werden können. Am 4. August gibt es ein weiteres Ferienprogramm für Kinder von 7 bis 10 Jahren, und die Abschlussveranstaltung findet am 16. August statt. So wird das Märchen nicht nur erzählt, sondern auch gelebt!

Die Brüder Grimm: Mehr als Märchenerzähler

Es ist kaum zu fassen, dass die Brüder Grimm nicht nur als Geschichtenerzähler, sondern auch als Sprachforscher und politisch aktive Personen in die Geschichte eingegangen sind. Sie gehörten zu den Göttinger Sieben, einer Gruppe von Professoren, die sich für akademische Freiheit einsetzten. Ihre Märchen handeln häufig von Themen wie Ungerechtigkeit, Verlust und der Hoffnung auf das Gute. Die Charaktere, die sie geschaffen haben, sind unvergesslich – von Prinzen und Prinzessinnen über Hexen bis hin zu mutigen Tieren. Manchmal fragt man sich, wie viel von ihrer eigenen Zeit und ihren Überzeugungen in diesen Geschichten steckt.

Eine Tatsache, die viele überrascht: Die erste Auflage der „Kinder- und Hausmärchen“ erschien bereits 1812 mit nur 900 Exemplaren und umfasste 86 Märchen. Der zweite Band folgte 1815 mit 68 neuen Geschichten. Insgesamt veröffentlichten die Brüder Grimm bis 1850 sechs überarbeitete Auflagen und die letzte Auflage erschien 1857 – diese bildet die Grundlage für die heutigen Ausgaben. Ihre Sammlung wird heute als das meistübersetzte deutschsprachige Buch nach der Lutherbibel geschätzt und hat einen festen Platz im Unterricht der Schulen. Es ist bemerkenswert, wie diese Geschichten über Generationen hinweg weitergegeben wurden und auch heute noch lebendig sind.

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Die Ausstellung in Pirmasens ist eine hervorragende Gelegenheit, sich mit der faszinierenden Welt der Brüder Grimm auseinanderzusetzen. Sie zeigt, dass Märchen nicht nur Geschichten sind, sondern auch kulturelles Erbe und ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der sie entstanden sind. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diese besondere Schau nicht entgehen lassen!

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