Am vergangenen Freitagabend erlebte die Pirmasenser Festhalle ein ganz besonderes Event: „Shakespeares Hamlet – Das Rockmusical“ der Opernwerkstatt am Rhein zog 270 Zuschauer an. Ursprünglich war die Aufführung des „Sommernachtstraums“ geplant, doch diese wurde kurzfristig abgesagt. Kulturamtsleiterin Heike Wittmer entschied sich stattdessen für die Rock-Interpretation von „Hamlet“, die sich als voller Erfolg entpuppte.
Obwohl die Festhalle nur zu einem Drittel gefüllt war, war der Hauptsaal gut besucht, insbesondere von jungen Zuschauern. Die Handlung blieb im Rockmusical-Format unverändert: Hamlet sinnt auf Rache, nachdem er von der Ermordung seines Vaters durch Claudius erfährt. Die fünfköpfige Band, bestehend aus Max Sattler und Frederick Seifert an der Gitarre, Anke Pan am Keyboard, Rebecca Himmerich am Bass und Matthias Plewka am Schlagzeug, sorgte für ein authentisches Rockkonzert-Feeling.
Ein musikalisches Erlebnis
Die Kombination aus Shakespeare-Texte und aktueller Rockmusik war ein zentrales Element des Musicals. Rockhits wie „Why Do Lovers Break Each Other’s Hearts“ von Showaddywaddy, „Road to Nowhere“ von Talking Heads und Adele’s „Hello“ spiegelten Hamlets innere Unruhe wider. Besonders beeindruckend war Neele Pettig, die als Ophelia das Lied „Fuck You“ von Lily Allen in einer aggressiv-rockigen Manier präsentierte. Einige Darsteller führten während der Aufführung sogar Kopulationsbewegungen auf der Bühne aus, was bei älteren Zuschauern auf Ablehnung stieß.
Carl Bruchhäuser, der den Prinzen Hamlet verkörperte, lieferte eine starke Leistung und wurde als einer der begabtesten jungen deutschen Theaterschauspieler hervorgehoben. Peter Saurbier als Claudius überzeugte nicht nur schauspielerisch, sondern auch als exzellenter Sänger, als er sich selbst am Keyboard bei „Viva La Vida“ von Coldplay begleitete. Alexandra Lowygina, die Königin Gertrud, zeigte ebenfalls eine starke Bühnenpräsenz.
Ein Konzept mit Tiefe
Das Konzept des Musicals, das klassische Sprache von Shakespeares „Hamlet“ mit Rock- und Popmusik zu verbinden, findet sich in der gesamten Inszenierung wieder. Songs aus den 80er Jahren bis heute wurden genutzt, um die emotionalen und thematischen Inhalte des Stücks zu unterstreichen. So verbindet das Ensemble neben den bereits erwähnten Hits auch „Logical Song“ von Supertramp mit einem Hamletmonolog und thematisiert mit „Breathing“ von Kate Bush Hamlets innere Zerrissenheit.
Die Songtexte bleiben unverändert, werden jedoch situativ angepasst, um die Handlung zu unterstützen. Der Eintritt für die Veranstaltung, die als Ersatz für das „Sommernachtstraum-Musical“ angeboten wurde, lag zwischen 18,00€ und 30,00€.
Ein gelungener Abend
Insgesamt harmonierten die verschiedenen Elemente des Musicals gut miteinander: Shakespeare-Texte, moderne Rockmusik und ein modernes Bühnendekor schufen ein einzigartiges Erlebnis. Die Puppenspielgruppe, Fechtkämpfe und choreografierte Tanzeinlagen, die verschiedene Stile kombinierten, trugen zur Dynamik der Aufführung bei und sorgten für Abwechslung. Das Publikum war begeistert und die Stimmung in der Festhalle war durchweg positiv.
Für alle, die an kulturellen Veranstaltungen in der Region interessiert sind, bleibt das Rockmusical „Hamlet“ sicherlich ein Highlight im Kalender. Weitere Informationen und zukünftige Termine sind auf der Webseite der Stadt Pirmasens zu finden: Pirmasens.de.
Für die Region stellt diese Inszenierung nicht nur einen kulturellen Gewinn dar, sondern zeigt auch, wie klassisches Theater in moderne Formate integriert werden kann. Diese Art von Veranstaltungen fördert das Interesse an klassischer Literatur und spricht eine breite Zielgruppe an.