Im Rhein-Hunsrück-Kreis blickt die Fachstelle für Frauen und Mädchen zum Thema sexualisierte Gewalt e.V. auf 30 Jahre engagierte Arbeit zurück. Astrid Rund, die langjährige Leiterin, hebt hervor, dass die Gründung des Frauennotrufs im Jahr 1996 das Ziel hatte, gesellschaftliche Strukturen zu ändern, um Gewalt gegen Frauen und Kinder zu reduzieren. Trotz der positiven Entwicklungen in der Wahrnehmung, die Petra Scholten anspricht, bleibt die Arbeit der Fachstelle weiterhin notwendig. Das Team sieht sich als wichtige Anlaufstelle für Betroffene im Landkreis und ist nach wie vor voll ausgelastet.

Ein wesentlicher Fortschritt ist der gesunkene gesellschaftliche Druck, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies hat zu einem Anstieg der Anfragen an die Fachberaterinnen geführt. Die Fachstelle bietet Unterstützung in allen Formen von sexualisierter Gewalt, einschließlich sexueller Nötigung, Missbrauch, Vergewaltigung, Kindeswohlgefährdung, Stalking und digitaler Gewalt. Beratungen können telefonisch oder persönlich in Simmern erfolgen, und auch Begleitungen zu anderen Institutionen, Rechtsanwälten und Ärzten werden angeboten. Die Angebote richten sich nicht nur an Betroffene, sondern auch an Angehörige, Bezugspersonen und Fachkräfte.

Ein umfassendes Unterstützungsangebot

Seit 2014 gibt es eine Kinderberatungsstelle für traumatisierte Kinder, die Einzelberatungen und Unterstützung für Bezugspersonen bietet. Astrid Rund äußert den Wunsch nach mehr Angeboten, insbesondere im Bereich der Prävention, und strebt eine Dezentralisierung der Angebote an, um mobile Beratungen anzubieten. Der Frauennotruf wird durch Landes- und Kreismittel sowie Spenden und die Arbeit des Fördervereins finanziert. Rund plant, im Sommer in den Ruhestand zu gehen, hat jedoch bereits eine Nachfolgerin gefunden. Für die Zukunft des Frauennotrufs wünscht sie sich eine ausreichende Finanzierung und den Ausbau der Möglichkeiten.

Am 29. April lädt der Frauennotruf von 12 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in Simmern ein, um die Arbeit und die Räumlichkeiten vorzustellen. Dies bietet eine Gelegenheit für die Öffentlichkeit, sich über die Angebote zu informieren und das Engagement der Fachstelle zu würdigen.

Beratung für alle Betroffenen

Die Herausforderungen im Bereich sexualisierte Gewalt sind vielfältig. Neben den Themen, die auch die Fachstelle im Rhein-Hunsrück-Kreis behandelt, gibt es weitere Beratungsschwerpunkte, die von anderen Einrichtungen wie dem Frauennotruf Frankfurt abgedeckt werden. Dazu gehören versuchte oder vollendete Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung und digitale Gewalt, wie unerlaubtes Fotografieren oder Filmen. Diese Beratungsstellen bieten Unterstützung für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft.

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Ein zentrales Ziel dieser Einrichtungen ist es, eine diskriminierungsfreie, offene und vielfältige Gesellschaft zu fördern. Unterstützung wird nicht nur für die Betroffenen selbst angeboten, sondern auch für Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Telefonnummer 116 016 steht rund um die Uhr kostenlos und anonym zur Verfügung und bietet auch Beratung per Telefon, Online-Chat oder E-Mail an.

Ein Netzwerk für Hilfe und Unterstützung

In Deutschland existieren etwa 750 Fachberatungsstellen für Gewalt gegen Frauen, sowie rund 400 Frauenhäuser und über 40 Schutz- oder Zufluchtswohnungen mit mehr als 6000 Plätzen für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder. Das Bundesfamilienministerium fördert die Vernetzung und den Austausch zwischen diesen Einrichtungen, um eine umfassende Unterstützung zu gewährleisten. Zudem gibt es spezielle Hilfetelefone für gewaltbetroffene Männer, die ebenfalls anonyme und kostenlose Beratungen anbieten.

Durch die kontinuierliche Arbeit der Fachstellen und den gesellschaftlichen Wandel ist es gelungen, das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt zu schärfen. Dennoch bleibt noch viel zu tun. Die Fachstelle im Rhein-Hunsrück-Kreis und andere Beratungsstellen setzen sich unermüdlich dafür ein, dass Betroffene die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie benötigen.