Das Kreishaus des Rhein-Pfalz-Kreises in Ludwigshafen hat seit Jahren mit Sanierungsproblemen zu kämpfen. Bereits 2013 wurden Überlegungen angestellt, ob man das alte Gebäude renovieren oder gleich einen Neubau in Angriff nehmen sollte. Doch trotz dieser frühen Überlegungen ist bis heute wenig passiert. Der frühere Landrat Clemens Körner von der CDU hatte das Land für die langen Planungsphasen verantwortlich gemacht. Ein Umzug nach Schifferstadt war für 2021 geplant, wobei das neue Gebäude auf dem ehemaligen Polizeigelände entstehen sollte. Der Plan sah vor, dass ein Investor das Gebäude erwirbt und der Rhein-Pfalz-Kreis als Mieter einzieht. Allerdings wurde die Sanierung des alten Kreishauses als unwirtschaftlich erachtet, was die Verwaltung dazu bewegte, keinen jahrelangen Lärm und Schmutz in Ludwigshafen in Kauf nehmen zu wollen.
Nun, in der letzten Kreistagssitzung, wurde offenbar, dass es keinen Investor für das neue Kreishaus in Schifferstadt gab. Kritiker, unter anderem die Fraktionen von AfD und FDP, hatten den Mietpreis von 26,50 Euro pro Quadratmeter als viel zu hoch eingestuft. Wie es scheint, denkt der Kreis jetzt darüber nach, ein eigenes Kreishaus an der Stelle des geplanten Mietobjekts zu bauen. Gespräche mit dem Land über dieses neue Bauprojekt sind im Gange, und für die neuen Planungen wurden im Kreistag 150.000 Euro eingeplant. Die Frage bleibt jedoch, wie der Kreis als Bauherr dieses Projekt umsetzen will. Der ursprünglich angestrebte Umzugstermin im Jahr 2028 ist inzwischen unrealistisch geworden. Die Mitarbeiter und Kunden des Rhein-Pfalz-Kreises müssen voraussichtlich noch mehrere Jahre den Baulärm in der Innenstadt ertragen. Weitere Details zu diesem Thema finden sich auch in den offiziellen Informationen des Kreises, die auf der Webseite rhein-pfalz-kreis.de veröffentlicht sind.
Die Herausforderungen der Planung
Die Situation rund um das Kreishaus wirft Fragen auf – nicht nur über die baulichen Gegebenheiten, sondern auch über die Planungskultur in der Region. Es ist schon erstaunlich, wie lange es dauert, bis Entscheidungen getroffen werden, die für die Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind. Vielleicht liegt das auch daran, dass viele Akteure beteiligt sind, die alle ihre eigenen Interessen haben. Das macht die Sache nicht einfacher, vor allem wenn man bedenkt, dass die Stadt Ludwigshafen und der Rhein-Pfalz-Kreis in Konflikte über den Auszug des Kreises verwickelt sind.
Der Blick über den Tellerrand zeigt, dass andere Städte, wie Stuttgart, bereits an einem anderen Punkt stehen. Dort plant man, das sogenannte Building Information Modeling (BIM) bis 2030 als Standard für städtische Bauprojekte zu etablieren. Damit sollen nicht nur die Effizienz und Wirtschaftlichkeit verbessert, sondern auch Klimaschutz und Digitalisierung vorangetrieben werden. Stuttgart hat sogar eine eigene Organisation gegründet, um diese Strategie zu entwickeln. Projekte wie das Hallenbad Zuffenhausen dienen als Pilotprojekte, um die neuen Ansätze praktisch zu erproben. Ein kommunales Netzwerk für den interkommunalen Austausch im Bereich BIM ist ebenfalls in Planung – hier könnte Ludwigshafen vielleicht mal einen Blick riskieren, um von den Erfahrungen anderer Städte zu lernen.
Die Herausforderungen in Ludwigshafen sind also nicht isoliert. Es ist eine Frage der Zeit, wie sich die Dinge entwickeln und ob der Rhein-Pfalz-Kreis endlich einen zukunftsorientierten Plan für sein Kreishaus aufstellen kann. Bis dahin bleibt den Bürgern nichts anderes übrig, als den Baulärm in der Innenstadt zu ertragen und auf Fortschritte zu hoffen.
