Die Rückkehr der Weißstörche an der Südlichen Weinstraße ist wie ein gutes Omen für die Region. Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen im Februar zu spüren, kommen die eleganten Vögel aus ihren Winterquartieren zurück. Dies markiert den Beginn der Brutsaison und ist ein bedeutendes Ereignis für die Menschen hier, denn die Störche prägen das Landschaftsbild rund um die Queichwiesen und stehen für das harmonische Zusammenspiel von Landwirtschaft, Natur und menschlicher Nutzung.
Die Brutzeit beginnt im Frühjahr, und die Jungtiere wachsen in den warmen Sommermonaten heran. Dabei benötigen die Störche große Mengen Nahrung, die sie in den feuchten Wiesenlandschaften entlang der Queich finden. Das Nahrungsangebot ist hier besonders reichhaltig, was nicht nur für die Störche, sondern auch für andere Tiere von großer Bedeutung ist. Die Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim sind mit rund 450 Hektar das größte aktiv betriebene Wiesenbewässerungssystem Deutschlands, das im Jahr 2023 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.
Einblick ins Leben der Störche
Für Interessierte bietet das Rheinland-Pfälzische Storchenzentrum in Bornheim eine barrierefreie Ausstellung, die spannende Einblicke in die Biologie, das Zugverhalten und die Schutzmaßnahmen der Störche gibt. Auch Nestkameras auf pfalzstorch.de erlauben faszinierende Blicke ins Brutgeschehen. Wer mehr über die Störche erfahren möchte, kann an geführten Storchentouren teilnehmen, die bis August jeden Mittwoch um 18 Uhr stattfinden. Die Touren dauern etwa 90 Minuten und führen zu den Nestern und durch die Wiesenbereiche rund um Bornheim. Anmeldung ist online möglich.
Das Storchenzentrum bietet nicht nur regelmäßige Führungen, sondern auch ein breites Spektrum an Aktionen und Projekten, die Besucher aller Altersgruppen ansprechen. Hier gibt es immer wieder wechselnde Ausstellungen und verschiedene Aufgaben für Jung und Alt. Das Zentrum ist auch als LernOrt Nachhaltigkeit anerkannt und bietet Workshops, Exkursionen und Programme für Kindergarten- und Schulkinder an. Und für die Vogelbeobachtung stehen eine breite Auswahl an Geräten und Literatur zur Verfügung, die im Museumsshop erworben oder ausgeliehen werden können.
Traditionelle Wiesenbewässerung
Die traditionelle Bewässerung sorgt für wechselfeuchte Verhältnisse und hat sich als entscheidend für die Wiederansiedelung des Weißstorchs in Rheinland-Pfalz herausgestellt. Diese Praxis ermöglicht hohe Bestandsdichten an Weißstorchbrutpaaren und bietet Rastplätze für durchziehende Störche. In den Sommermonaten können sich hier bis zu 300-400 Weißstörche versammeln. Die Aktion PfalzStorch setzt sich für die Erhaltung und Reaktivierung der Bewässerungseinrichtungen ein, was nicht nur den Störchen, sondern auch der Artenvielfalt zugutekommt.
Besucher können die Wiesenbewässerung außerdem live erleben, etwa bei geführten Exkursionen, die einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Naturgewalten ermöglichen. Wer mehr über die faszinierende Welt der Störche und deren Lebensraum erfahren möchte, sollte unbedingt einen Blick auf die Informationsmöglichkeiten im Storchenzentrum-Website werfen.
Das Storchenzentrum ist nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch ein Ort der Begegnung. Die digitale „Storchenrallye durch Bornheim“ ist eine großartige Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden und dabei spielerisch mehr über die Störche zu lernen. Wer die Pfalzcard besitzt, hat sogar freien Eintritt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!